Bosch ordnet Konzernstruktur neu: 62.500 Beschäftigte betroffen
Bosch plant eine umfassende Neuordnung seiner Konzernstruktur in Deutschland. Der Unternehmensbereich Mobility sowie drei zentrale Serviceeinheiten sollen künftig als eigenständige Tochtergesellschaften geführt werden. Rund 62.500 Beschäftigte sollen im Zuge der Umstrukturierung in die neuen Gesellschaften wechseln. Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu stärken.
Wie Bosch am 22. Oktober 2026 mitteilt, sollen die deutschen Aktivitäten des Unternehmensbereichs Mobility sowie die zentralen Serviceeinheiten Bosch Digital, Global Business Services und Global Real Estate aus der Robert Bosch GmbH ausgegliedert werden.
Die vier Einheiten sollen künftig als rechtlich eigenständige Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) geführt werden. Sie bleiben vollständig im Besitz der Bosch-Gruppe.
Mit der Neuordnung will Bosch seine Konzernstruktur vereinheitlichen. In den Unternehmensbereichen Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology werden die verschiedenen Geschäftsfelder bereits heute als eigenständige Tochtergesellschaften geführt.
Rund 62.500 Beschäftigte wechseln in neue Gesellschaften
Von der geplanten Umstrukturierung sind rund 62.500 Beschäftigte in Deutschland betroffen, die meisten davon aus dem Unternehmensbereich Mobility. Ihre bestehenden Arbeitsverträge sollen auf die neuen Tochtergesellschaften übertragen werden.
Die Robert Bosch GmbH wird sich künftig hauptsächlich auf die Konzernzentrale sowie die zentrale Forschung und Vorausentwicklung konzentrieren. Diese Bereiche umfassen derzeit insgesamt mehr als 3.000 Beschäftigte.
Die neuen Gesellschaften sollen am 1. August 2027 ihre operative Tätigkeit aufnehmen. Die gesamte Neuordnung soll schrittweise bis Ende 2027 abgeschlossen werden.
Die Tochtergesellschaften sollen künftig mehr unternehmerische Eigenständigkeit erhalten, um schneller auf Veränderungen der Märkte und Kundenanforderungen reagieren zu können. Die Konzernzentrale wird dagegen stärker die Rolle einer strategischen Dachgesellschaft übernehmen.
Bosch reagiert auf zunehmenden Wettbewerbsdruck
Hintergrund der Neuordnung ist nach Unternehmensangaben der wachsende internationale Wettbewerbsdruck, insbesondere durch neue Konkurrenten aus Asien.
„Das Umfeld in unseren Märkten wird anspruchsvoller. Neue Konkurrenten, vor allem aus Asien, erhöhen den Wettbewerbsdruck. Für uns bei Bosch heißt das: Wir müssen Innovationen noch schneller in den Markt bringen, Strukturen und Prozesse spürbar vereinfachen und insgesamt noch mehr Tempo machen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten“, erklärt Christian Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.
Ziel sei es, die Ertragskraft der gesamten Bosch-Gruppe nachhaltig zu steigern, damit technologische Innovationen auch künftig aus eigenen Mitteln finanziert werden können.
Durch die neue Struktur sollen die einzelnen Geschäftseinheiten mehr unternehmerischen Handlungsspielraum erhalten und näher an ihren Kunden agieren können. Auch die internen Servicebereiche sollen stärker zum wirtschaftlichen Erfolg der operativen Einheiten beitragen.
Mobility bleibt größter Unternehmensbereich
Der Unternehmensbereich Mobility soll als eigenständige Tochtergesellschaft seine Aktivitäten künftig stärker integrieren und geschäftsbereichsübergreifend steuern.
Dadurch will Bosch seinen Kunden weltweit besser abgestimmte Lösungen aus einer Hand anbieten, Entscheidungsprozesse beschleunigen und Investitionen gezielter in Innovationen und Wachstumsbereiche lenken.
Zudem soll die neue Struktur zusätzliche Möglichkeiten für strategische Partnerschaften und neue Geschäftsmodelle schaffen.
„Wir starten aus einer Position der Stärke. Doch um langfristig führend zu bleiben, müssen wir uns konsequent an neuen Kundenanforderungen, Märkten und dem Wettbewerb ausrichten“, erklärt Markus Heyn, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility.
Mobility bleibt auch nach der Neuordnung der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Sparte einen Umsatz von 55,8 Milliarden Euro und trug damit rund 60 Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns bei.

