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© ABB
Markt |

ABB und Mitsubishi Electric gründen Joint Venture für Niederspannungstechnik in Asien

Der Schweizer Technologiekonzern ABB und Mitsubishi Electric haben die Gründung eines Joint Ventures für Niederspannungs-Energieverteilung angekündigt. ABB wird für rund 495 Millionen US-Dollar eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem neuen Unternehmen übernehmen. Mit der Zusammenarbeit wollen die Partner ihre Position auf dem japanischen Markt stärken und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten im asiatisch-pazifischen Raum erschließen.

Wie ABB am 20. Oktober 2026 mitteilt, wird das Niederspannungs-Energieverteilungsgeschäft von Mitsubishi Electric in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. ABB übernimmt daran für 79 Milliarden japanische Yen, umgerechnet rund 495 Millionen US-Dollar, eine kontrollierende Beteiligung von 51 Prozent.

Zusätzlich erhält ABB die vollständige Kontrolle über die zugehörigen Vertriebsaktivitäten von Mitsubishi Electric außerhalb Japans.

Die Transaktion soll vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen und weiterer üblicher Abschlussbedingungen in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden. Die Vereinbarung beinhaltet zudem eine Option, mit der ABB mittelfristig die vollständige Eigentümerschaft übernehmen kann.

Stärkere Marktposition in Japan und Asien-Pazifik

Das Joint Venture soll die Technologien und das globale Vertriebsnetz von ABB mit der etablierten Marktposition und den Produktionskapazitäten von Mitsubishi Electric verbinden.

ABB will dadurch seine bislang begrenzte Präsenz im japanischen Elektrifizierungsgeschäft deutlich ausbauen und eine führende Position in einem der weltweit größten Märkte für Elektrifizierung erreichen.

Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit den Zugang zu weiteren Wachstumsmärkten im asiatisch-pazifischen Raum verbessern.

„Japan ist einer der weltweit wichtigsten Elektrifizierungsmärkte. Mitsubishi Electric verfügt dort über jahrzehntelange Erfahrung und eine starke Kundenbasis im Bereich der Niederspannungs-Energieverteilung. Dieses Joint Venture verbindet diese lokale Stärke mit den Technologien und der globalen Reichweite von ABB und stärkt damit unsere Position in Japan und im gesamten asiatisch-pazifischen Raum erheblich“, erklärt Giampiero Frisio, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Elektrifizierung.

Für Kunden und Mitarbeiter bedeute die Partnerschaft Kontinuität, zusätzliche Möglichkeiten und Zugang zu einem breiteren Portfolio an Niederspannungslösungen.

Rund 2.800 Beschäftigte und Produktionsstandorte in Japan und Vietnam

Das Niederspannungs-Energieverteilungsgeschäft von Mitsubishi Electric beschäftigt derzeit rund 2.800 Mitarbeiter.

Zum Geschäftsbereich gehören Produktionsstandorte in Fukuyama, Japan, und Hanoi, Vietnam.

Das Produktportfolio umfasst unter anderem Niederspannungs-Leistungsschalter, Schalter, Motorstarter, Schütze und Steuergeräte. Hinzu kommen Systeme zur Energiemessung und -überwachung sowie unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme.

Mit der Zusammenführung der Aktivitäten wollen die Unternehmen ihr Angebot für Kunden in der Region erweitern.

„Das Energieverteilungsgeschäft von Mitsubishi Electric hat seine technologischen Fähigkeiten und Qualitätsstandards in den vergangenen 100 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Durch das Joint Venture mit ABB verbinden wir dessen globale Geschäftsstruktur mit unseren Technologien, unserer Qualität, unserem Kundenstamm und unseren Vertriebskanälen“, erklärt Takayuki Tsuzuki, Senior Executive Officer und Group President Factory Automation Systems bei Mitsubishi Electric.

Geschäftsbereich erzielte rund 640 Millionen US-Dollar Umsatz

Im Geschäftsjahr 2025, das im März 2026 endete, erzielte das Niederspannungs-Energieverteilungsgeschäft von Mitsubishi Electric einen Nettoumsatz von rund 102 Milliarden Yen beziehungsweise 640 Millionen US-Dollar.

Die EBITDA-Marge lag im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die zugehörigen Vertriebsaktivitäten außerhalb Japans machten etwa 15 Prozent des Umsatzes aus.

Der Transaktion liegt ein Gesamtunternehmenswert von rund 890 Millionen US-Dollar zugrunde.

ABB erwartet, dass Synergien aus der Zusammenarbeit die Profitabilität des Joint Ventures verbessern werden.

Bereits nach dem ersten Jahr soll die Beteiligung einen positiven Beitrag zum Ergebnis je Aktie leisten. Innerhalb von fünf Jahren strebt ABB eine operative EBITA-Marge von mindestens 20 Prozent an.

Ausbau der regionalen Fertigung und Kundenversorgung

Das Joint Venture ist Teil der sogenannten Local-for-Local-Strategie von ABB. Dabei setzt das Unternehmen darauf, Produkte möglichst nah an den jeweiligen Kunden und Absatzmärkten zu beschaffen und herzustellen.

Durch die Kombination der bestehenden Produktionsstandorte und Kundenbeziehungen von Mitsubishi Electric mit dem globalen Vertriebsnetz von ABB sollen zusätzliche Wachstumschancen entstehen.

Gleichzeitig will ABB seine bestehenden Technologien und Produkte einem größeren Kundenkreis in Japan und der gesamten Asien-Pazifik-Region zugänglich machen.

Mit der geplanten Beteiligung stärkt ABB insbesondere sein Geschäft mit Niederspannungs-Energieverteilung und elektrischer Schutztechnik.


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