Qualcomm plant weltweiten Stellenabbau nach Leistungsbewertungen
Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Qualcomm plant einen weltweiten Stellenabbau im Anschluss an seine jährlichen Mitarbeiterbewertungen. Wie Reuters unter Berufung auf ein internes Schreiben von CEO Cristiano Amon berichtet, sollen die betroffenen Beschäftigten ab November über die Maßnahmen informiert werden.
Die geplanten Stellenstreichungen erfolgen in einem schwierigen Jahr für den Markt für Smartphone-Chips. Stark gestiegene Speicherpreise haben die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik belastet und damit auch das Kerngeschäft von Qualcomm beeinträchtigt.
Im Juli hatte das Unternehmen bereits einen Quartalsgewinn unter den Erwartungen der Analysten prognostiziert. Gleichzeitig erklärte Qualcomm, dass die Umsätze mit Apple schneller zurückgehen würden als ursprünglich erwartet.
Stellenabbau soll Leistungskultur stärken
In dem internen Schreiben bezeichnet Amon die geplanten Maßnahmen als „leistungsorientierten Personalabbau“. Ziel sei es, eine „stärkere Leistungskultur“ aufzubauen und Situationen anzugehen, in denen das Unternehmen „wiederholt hinter den Erwartungen zurückgeblieben“ sei.
Wie viele Arbeitsplätze von den Kürzungen betroffen sein werden, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Im September vergangenen Jahres beschäftigte Qualcomm weltweit rund 52.000 Mitarbeiter.
Laut Amon sollen die geschäftlichen Prioritäten, die erforderlichen Kompetenzen und die organisatorischen Anforderungen darüber entscheiden, welche Beschäftigten betroffen sind.
„Mit der Ausweitung unseres Geschäfts haben sich auch die Kompetenzen und Fähigkeiten weiterentwickelt, die wir benötigen. Wir müssen die richtigen Menschen in den richtigen Positionen haben, damit sie ihr volles Potenzial entfalten können und das Unternehmen weiterhin erfolgreich bleibt“, schreibt Amon.
Qualcomm setzt auf Wachstum außerhalb des Smartphone-Marktes
Parallel zum geplanten Stellenabbau will Qualcomm seine Abhängigkeit vom Smartphone-Geschäft weiter reduzieren.
Das Unternehmen erwartet, dass das Wachstum im Bereich Rechenzentren und in anderen Geschäftsfeldern außerhalb des Smartphone-Marktes die rückläufigen Umsätze mit Apple bis zum Geschäftsjahr 2027 mehr als ausgleichen wird.
Qualcomm rechnet damit, dass bis dahin der Großteil seiner Chipumsätze außerhalb des Smartphone-Segments erzielt wird.
Die geplanten Personalmaßnahmen erfolgen damit in einer Phase, in der Qualcomm seine Geschäftsaktivitäten stärker auf neue Wachstumsmärkte ausrichtet.
Auf eine Anfrage von Reuters zu den geplanten Stellenstreichungen hat Qualcomm bislang nicht reagiert.


