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© Liviorki for Evertiq_PCB China
Markt |

China plant Exportbeschränkungen für Solarfertigungstechnologien

China will den Export von zwölf Technologien zur Herstellung von Solaranlagen stärker kontrollieren. Die geplanten Maßnahmen betreffen unter anderem die Produktion von Solarwafern, Perowskit- und Tandemsolarzellen sowie fortschrittliche Verfahren zur Herstellung von Polysilizium. Mit den neuen Exportbeschränkungen will Peking nach eigenen Angaben die nationale Sicherheit schützen und den Technologietransfer in sensiblen Bereichen stärker überwachen.

Wie Reuters am 18. Oktober 2026 berichtet, hat das chinesische Handelsministerium vorgeschlagen, zwölf Photovoltaiktechnologien in die nationale Liste der verbotenen und beschränkten Technologieexporte aufzunehmen. Der Vorschlag ist Teil einer umfassenderen Überarbeitung der Exportkontrollen, die auch künstliche Intelligenz und Biotechnologie betrifft.

Das Ministerium begründet die geplanten Maßnahmen damit, dass Solartechnologien zunehmend auch in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt sowie der nationalen Verteidigung eingesetzt werden.

Die Exportkontrollen sollen verhindern, dass sensible Technologien unkontrolliert weitergegeben oder missbräuchlich verwendet werden. Gleichzeitig betont die chinesische Regierung, dass der reguläre internationale wissenschaftliche und technologische Austausch weiterhin ermöglicht werden soll.

Fortschrittliche Solarzellen und Polysilizium betroffen

Die geplanten Exportverbote umfassen unter anderem bestimmte Technologien zur Herstellung besonders dünner Solarwafer sowie Produktionsverfahren für Perowskit- und Tandemsolarzellen.

Perowskit gilt als vielversprechende Technologie zur Steigerung des Wirkungsgrads von Solarzellen. Tandemsolarzellen kombinieren beispielsweise Perowskit- und Siliziumschichten, um einen größeren Teil des Sonnenlichtspektrums zur Stromerzeugung zu nutzen.

Ebenfalls betroffen sind großtechnische Verfahren zur Herstellung von Polysilizium mithilfe der Wirbelschichttechnologie.

Polysilizium ist ein zentraler Ausgangsstoff für die Produktion von Solarzellen. Das Wirbelschichtverfahren gilt als kostengünstiger und energieeffizienter als das bislang dominierende Siemens-Verfahren.

Beschränkungen für TOPCon, HJT und XBC

Neben den geplanten Exportverboten sieht China auch Einschränkungen für weitere fortschrittliche Solarzellentechnologien vor.

Dazu gehören Produktionsverfahren für TOPCon-Solarzellen (Tunnel Oxide Passivated Contact), HJT-Solarzellen (Heterojunction Technology) und XBC-Solarzellen (Back Contact).

Anders als bei den Technologien, die vollständig unter ein Exportverbot fallen sollen, wären Ausfuhren dieser Fertigungsverfahren weiterhin möglich, allerdings unter zusätzlichen regulatorischen Beschränkungen.

Damit könnte China künftig stärker kontrollieren, welche Unternehmen im Ausland Zugang zu bestimmten modernen Solarfertigungstechnologien erhalten.

Auswirkungen auf internationale Produktionspläne möglich

Die geplanten Maßnahmen könnten Auswirkungen auf den Ausbau der Solarproduktion außerhalb Chinas haben.

Bereits im April hatten chinesische Behörden erste Gespräche mit Herstellern über mögliche Beschränkungen für fortschrittliche Solarfertigungstechnologien geführt, wie Reuters damals berichtete.

Solche Maßnahmen könnten unter anderem die Pläne amerikanischer Unternehmen wie Tesla erschweren, ihre Solarfertigung in den Vereinigten Staaten auszubauen.

Auch Indien ist von Chinas Exportpolitik betroffen. Peking hat bereits zuvor den Export von Solarfertigungstechnologien nach Indien eingeschränkt.

Nach Einschätzung von Analysten versucht China damit auch, seine führende Position in der globalen Solarindustrie zu sichern. Indien wiederum arbeitet daran, eigene Produktionskapazitäten aufzubauen und seine Abhängigkeit von chinesischer Technologie zu reduzieren.

Öffentliche Konsultation läuft bis November

Der Vorschlag befindet sich derzeit noch im Konsultationsverfahren. Stellungnahmen können bis zum 15. November 2026 eingereicht werden.

Bis zur formellen Aktualisierung des chinesischen Exportkontrollkatalogs müssen Exporteure bestimmte Technologietransfers ins Ausland registrieren.

Mit der geplanten Verschärfung der Exportkontrollen könnte China seinen Einfluss auf die internationale Photovoltaikindustrie weiter ausbauen. Insbesondere Hersteller, die beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten auf chinesische Fertigungsverfahren angewiesen sind, könnten künftig mit zusätzlichen regulatorischen Hürden konfrontiert werden.


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