ams OSRAM beteiligt sich an OCP-Initiative für optische KI-Verbindungen
ams OSRAM ist einer von Credo geleiteten Brancheninitiative zur Standardisierung optischer Hochgeschwindigkeitsverbindungen für KI-Rechenzentren beigetreten. Im Rahmen des Open Compute Project (OCP) sollen gemeinsame Standards für energieeffiziente und kostengünstige optische Verbindungen entwickelt werden, die den steigenden Anforderungen moderner KI-Infrastrukturen gerecht werden.
Wie ams OSRAM in einer Pressemitteilung vom 13. Oktober 2026 mitteilt, beteiligt sich das Unternehmen an der Initiative Short-Reach Micro-Emitter Optics (SRMO) innerhalb des Open Compute Project. Die von Credo geführte Arbeitsgruppe vereint Betreiber großer Rechenzentren, sogenannte Hyperscaler, sowie Technologieunternehmen aus der optischen Industrie.
Ziel ist die Entwicklung einheitlicher Standards für hochparallele optische Datenverbindungen, die in zukünftigen KI-Rechenzentren eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die steigenden Anforderungen an Bandbreite, Energieeffizienz und geringe Latenzzeiten.
Mit dem Ausbau von KI-Clustern und GPU-basierten Rechensystemen wächst der Bedarf an leistungsfähigen Verbindungen zwischen Prozessoren und anderen Komponenten. Herkömmliche Kupferverbindungen stoßen dabei zunehmend an technische Grenzen.
Die SRMO-Initiative verfolgt deshalb einen sogenannten Wide-and-Slow-Ansatz. Dabei werden Daten über zahlreiche parallele optische Kanäle mit jeweils optimierten Übertragungsraten übertragen.
Dieser Ansatz soll die größere Reichweite optischer Verbindungen mit den niedrigen Kosten und Latenzzeiten kupferbasierter Technologien kombinieren. Gleichzeitig sollen Energieverbrauch und Wärmeentwicklung reduziert werden.
„KI-Infrastrukturen der nächsten Generation benötigen die Reichweite optischer Verbindungen, ohne die traditionellen Kosten- und Latenznachteile leistungsfähiger optischer Datenverbindungen in Kauf nehmen zu müssen“, sagt Ashkan Seyedi, Vice President und General Manager of Optical Interconnects bei ams OSRAM. „Wide-and-Slow-Mikroemitter und Mikroempfänger ermöglichen im Vergleich zu Kupfer eine 20- bis 30-fach größere Reichweite bei vergleichbarer Bandbreitendichte sowie Energie- und Kosteneffizienz.“
Gemeinsamer Standard für 2027 geplant
Die beteiligten Unternehmen wollen eine gemeinsame technische Spezifikation entwickeln, deren Freigabe durch das Open Compute Project für 2027 angestrebt wird.
Diese soll unter anderem Anforderungen an Signalübertragung, Energieeffizienz, Bauformen, optische Module und Steckverbindungen definieren.
Durch einheitliche Schnittstellen sollen Komponenten verschiedener Hersteller miteinander kompatibel werden. Gleichzeitig soll die Standardisierung die industrielle Skalierung neuer optischer Verbindungstechnologien erleichtern.
„Hochparallele Mikroemittertechnologien eröffnen neue Möglichkeiten für KI-Rechenzentren. Gemeinsame, interoperable Spezifikationen werden der Branche helfen, dieses Potenzial auszuschöpfen“, sagt L.K. Bhupathi, Associate Vice President of Product bei Credo.
Die Initiative soll darüber hinaus zur Entwicklung widerstandsfähiger Lieferketten und einer schnelleren Markteinführung entsprechender Technologien beitragen.
ams OSRAM bringt MicroLED- und VCSEL-Technologien ein
ams OSRAM will seine Kompetenzen in den Bereichen MicroLEDs, MicroVCSELs, Mikro-Fotodioden, CMOS-Technologien und fortschrittliches 3D-Packaging in die Initiative einbringen.
Auf der Fachmesse ECOC 2026 stellte das Unternehmen bereits eine neue 850-nm-Dünnschicht-VCSEL-Plattform vor, die speziell für hochparallele optische Datenverbindungen entwickelt wurde.
Gemeinsam mit dem Technologiepartner BizLink präsentierte ams OSRAM außerdem eine steckbare Multicore-Glasfaserlösung.
Die neue VCSEL-Plattform basiert auf dem kosteneffizienten Halbleitermaterial Galliumarsenid (GaAs) und ist mit der verbreiteten OM3-Multimode-Glasfaserinfrastruktur kompatibel.
Je nach Anwendungsanforderung können sowohl MicroLED-basierte Verbindungen für kurze Distanzen als auch MicroVCSEL-basierte Lösungen für größere Reichweiten realisiert werden.
Für ams OSRAM ist die Beteiligung an der SRMO-Initiative Bestandteil seiner Digital-Photonics-Strategie. Das Unternehmen sieht optische Verbindungen für KI-Rechenzentren als einen wichtigen zukünftigen Wachstumsmarkt.
Neben der KI-Infrastruktur konzentriert sich ams OSRAM auf hochauflösende Lichtsysteme für die Automobilindustrie, Mikroemitter-Projektionssysteme für Augmented-Reality-Brillen und fortschrittliche optische Sensorlösungen.





