SiPearl und Quobly schließen Partnerschaft für hybrides Quantencomputing
Der französische Prozessorentwickler SiPearl und das französische Quantencomputing-Unternehmen Quobly wollen gemeinsam den Einsatz klassischer Prozessoren und Quantenprozessoren in hybriden Rechensystemen untersuchen. Das geht aus einer Pressemitteilung der beiden Unternehmen vom 9. Oktober hervor. Die Partner wollen klassische Hochleistungsrechner und Quantenprozessoren künftig in einer gemeinsamen Systemarchitektur einsetzen. Damit wollen sie den Weg für hybrides Computing ebnen und den Aufbau eines eigenständigen europäischen Technologie-Ökosystems vorantreiben.
Gemeinsame Architektur für HPC und Quantencomputing
Für ihre Zusammenarbeit greifen SiPearl und Quobly auf ihre jeweiligen Prozessortechnologien zurück. SiPearls Rhea1-CPU soll gemeinsam mit dem zugehörigen Seine-Referenzserver und einem Quantensystem aus Quoblys Alloy-Produktfamilie zum Einsatz kommen. Das Quantensystem von Quobly basiert laut Mitteilung auf Prozessoren mit Silizium-Spin-Qubits.
Die Partner wollen untersuchen, wie die Komponenten innerhalb einer gemeinsamen Systemarchitektur zusammenarbeiten können. Dabei sollen auch Einsatzmöglichkeiten und Optimierungspotenziale hybrider Anwendungen für Hochleistungs- und Quantencomputing sowie mögliche technische Synergien für künftige Produktgenerationen geprüft werden.
Gemeinsamer Kurs für Europas Quantencomputing
Mit der Kooperation wollen die beiden französischen Unternehmen die Entwicklung einer europäischen Infrastruktur für hybrides Hochleistungs- und Quantencomputing mitgestalten. Die Zusammenarbeit soll den Weg für Quantencomputer ebnen, die sich in bestehende Recheninfrastrukturen integrieren lassen. Auch bei europäischen Ausschreibungen wollen SiPearl und Quobly künftig gemeinsame Wege gehen und mögliche Projekte im Rahmen des Chips Joint Undertaking (Chips JU) verfolgen.
Maud Vinet, CEO und Mitgründerin von Quobly, erklärte: „Mit der geplanten Integration von SiPearls CPU-Technologie wollen wir untersuchen, wie Hochleistungsrechner und Quantencomputer effizient zusammenarbeiten können, von der Systemebene bis hin zu künftigen Architekturen. Diese Kooperation unterstützt auch unser Ziel, Quantencomputer zu entwickeln, die sich in bestehende Recheninfrastrukturen integrieren lassen.“
Philippe Notton, CEO und Gründer von SiPearl, sagte: „Wir pflegen seit Langem enge Beziehungen zu Quobly, insbesondere durch unser Forschungs- und Entwicklungszentrum in Grenoble. Vor allem teilen wir die Überzeugung, dass Europa ein eigenes Hardware-Ökosystem für souveräne Rechentechnologie aufbauen muss. Diese erste Partnerschaft mit einem Quantentechnologie-Spezialisten ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Entwicklung dieses Ökosystems, das Europa ergänzende souveräne Hardwarelösungen für strategische Anwendungen im Hochleistungsrechnen, in der KI und im Quantencomputing bereitstellen soll.“
Die beiden Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit in einer nicht exklusiven Absichtserklärung (MoU) festgehalten. SiPearls Rhea1-Prozessor soll Ende 2026 auf den Markt kommen. Für denselben Zeitraum strebt Quobly einen ersten Cloud-Zugang zu seiner Alloy-Produktfamilie an. Einen Termin für den Abschluss der gemeinsamen CPU-QPU-Integration haben die Unternehmen bislang nicht mitgeteilt.





