Merck eröffnet F&E-Zentrum für Halbleitermaterialien in Wisconsin
Das zum Darmstädter Merck-Konzern gehörende US-Unternehmen EMD Electronics hat im US-Bundesstaat Wisconsin ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Halbleitermaterialien eröffnet. Das geht aus einer Mitteilung von EMD Electronics vom 2. Oktober hervor. Am neuen Standort in Sheboygan Falls will das Unternehmen die Entwicklung und industrielle Nutzung innovativer Halbleitermaterialien beschleunigen. Dafür sollen die Entwicklungsarbeiten stärker auf die technologischen Anforderungen der Halbleiterhersteller abgestimmt werden.
Acht Labore für Entwicklung und Skalierung
Das neue Forschungszentrum bietet auf rund 3.530 Quadratmetern Platz für acht spezialisierte Labore. Diese ermöglichen die Erforschung neuer Materialien und deren Qualifizierung für die Halbleiterfertigung. Daneben dienen die Einrichtungen der analytischen Entwicklung, der Reinigung und Verpackung von Materialien sowie Gefahrstoffprüfungen.
Für die weitere Entwicklung stehen am Standort eigene Kapazitäten für die Materialsynthese, die Skalierung von Herstellungsverfahren und den Technologietransfer zur Verfügung. EMD Electronics kann damit nach eigenen Angaben verschiedene Entwicklungsstufen am selben Standort bearbeiten und neue Materialien gezielt für die industrielle Fertigung weiterentwickeln. Die Labore werden mit erneuerbarer Energie versorgt. Für das neue Forschungsgebäude strebt EMD Electronics eine LEED-Gold-Zertifizierung an.
Materialien für komplexere Chiparchitekturen
Mit komplexeren Halbleiterarchitekturen steigen nach Einschätzung des Unternehmens die Anforderungen an neue Materialien. Die zunehmende Bedeutung von KI-Anwendungen stellt die Chipindustrie vor neue Herausforderungen bei Leistung und Skalierbarkeit. EMD Electronics will deshalb bereits bei der Materialentwicklung die Anforderungen der industriellen Halbleiterfertigung berücksichtigen. Die neuen Forschungskapazitäten sollen die Entwicklung bis zur kommerziellen Nutzung beschleunigen und eine engere Zusammenarbeit mit den Chipherstellern ermöglichen.
Bing Han, Executive Vice President und Head of Thin Films bei EMD Electronics, erklärte: „Die Halbleiterindustrie tritt in eine Phase ein, in der integrierte Workflow-Lösungen eine prägende Rolle für die nächste Gerätegeneration spielen, insbesondere weil KI die Komplexität und die Leistungsanforderungen erhöht. Materialinnovationen bleiben ein zentraler Teil dieses Wandels, doch der Erfolg hängt zunehmend davon ab, Materialforschung, Prozesskompetenz und Skalierungsfähigkeiten aufeinander abzustimmen. Die neue Einrichtung bündelt die Fähigkeiten, die wir benötigen, um gemeinsam mit unseren Kunden an ihren komplexesten Materialfragen zu arbeiten und Innovationen vom Labor bis zur kommerziellen Produktion zu beschleunigen.“
Das Zentrum ist Teil eines mehrjährigen Investitionsprogramms von 200 Millionen US-Dollar für das US-Elektronikgeschäft. Das Programm finanziert den Ausbau der Halbleiterkapazitäten in Sheboygan Falls sowie bereits abgeschlossene Projekte in Carlsbad in Kalifornien und Catoosa in Oklahoma. Die Investitionen gehören zu einem 2021 angekündigten Fünfjahresplan über eine Milliarde US-Dollar für Innovation und Fertigung in den USA. Die geplanten Ausbauarbeiten in Sheboygan Falls sollen 2027 abgeschlossen sein.
John W. Miller, Secretary und CEO der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wisconsin Economic Development Corporation (WEDC), sagte: „Die fortgesetzten Investitionen von EMD Electronics in Sheboygan Falls zeigen, welche Rolle die qualifizierten Arbeitskräfte und die starke industrielle Basis Wisconsins für die Zukunft der Halbleiterindustrie spielen können. Das F&E-Zentrum bringt anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in unseren Bundesstaat, schafft Chancen für hochqualifizierte Arbeitsplätze und stärkt Wisconsin als Standort, an dem internationale Unternehmen Technologien der Zukunft entwickeln und skalieren können.“




