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Markt |

Schneider Electric will die Shelly Group für 1,2 Milliarden Euro übernehmen

Der französische Energie- und Automatisierungskonzern Schneider Electric will die bulgarische IoT- und Smart-Building-Spezialistin Shelly Group für rund 1,2 Milliarden Euro übernehmen. Das geht aus Mitteilungen beider Unternehmen vom 24. September hervor. Mit der geplanten Übernahme will Schneider Electric sein Geschäft mit Energiemanagement für Wohn- und kleinere Gewerbegebäude um Shelly Groups softwarebasierte Plattform erweitern. Der Schulterschluss soll die internationale Verbreitung vernetzter Lösungen für Energiesteuerung in Gebäuden beschleunigen.

Plattform für vernetztes Energiemanagement

Mit der geplanten Übernahme holt sich Schneider Electric neben Shellys vernetzten Geräten eine softwarebasierte Plattform für Energiemanagement und Smart Buildings ins Haus. Dazu gehören interoperable Hardware, Cloud-Dienste und offene Schnittstellen für die Steuerung von Energieverbrauch, eigener Erzeugung, Speicherung und Gebäudeautomation. Shelly Group hat sein Geschäft in den vergangenen Jahren von einzelnen vernetzten Geräten zu einem breiteren Technologieökosystem ausgebaut. Dessen offene Architektur erlaubt auch die Integration in Produkte und Lösungen anderer Hersteller.

Frédéric Godemel, Executive Vice President Energy Management bei Schneider Electric, erklärte: „Indem wir Shellys softwarebasierte Plattform für Energiemanagement im Wohnbereich mit der technologischen Kompetenz von Schneider Electric zusammenbringen, wollen wir die nächste Stufe der Energy Intelligence in Wohngebäuden, bei Modernisierungen und in kleineren Gewerbegebäuden erreichen. Shelly bringt besondere Kompetenzen bei skalierbarer Vernetzung, Interoperabilität und Energiemanagement für Wohngebäude mit, die unsere Möglichkeiten stärken, die physische und die digitale Welt in Wohn- und kleineren Gewerbegebäuden zusammenzuführen.“

Nächste Wachstumsphase für Shelly Group

Mit Schneiders globaler Reichweite und zusätzlichen Ressourcen will die Shelly Group ihre Technologie und ihr internationales Geschäft schneller ausbauen. Der Plattformansatz soll zugleich engere Kundenbeziehungen schaffen und zusätzliche Möglichkeiten für Software- und Abonnementangebote eröffnen. Damit soll die Übernahme die nächste Wachstumsphase der Shelly Group unterstützen.

Dimitar Dimitrov, Co-CEO und Mitgründer der Shelly Group, sagte: „Als wir das Unternehmen 2016 an die bulgarische Börse brachten, wollten wir zeigen, dass ein in Bulgarien aufgebautes Technologieunternehmen Produkte entwickeln kann, die für Nutzer weltweit relevant sind. Seitdem haben wir Shelly zu einer internationalen Marke aufgebaut, unser Produktangebot erweitert und unser Team vergrößert. […] Mit Schneider Electric als langfristigem Partner können wir Shellys Technologie in mehr Haushalte und Gebäude weltweit bringen.“

Schneider Electric will laut Vereinbarung Hauptsitz, bestehende Standorte, Organisation und Belegschaft von Shelly Group in Bulgarien nach dem Abschluss mindestens drei Jahre erhalten. Das gilt laut Vereinbarung auch für Forschung und Entwicklung, Engineering, Vertrieb und Management.

Für die geplante Übernahme haben die Unternehmen bereits die wesentlichen finanziellen und rechtlichen Bedingungen festgelegt. Schneider Electric will 70 Euro je Shelly-Aktie in bar zahlen. Das Angebot setzt eine Annahmequote voraus, durch die Schneider Electric mindestens 95 Prozent des Grundkapitals hält; anschließend ist ein Erwerb der verbleibenden Aktien vorgesehen. Die beiden Shelly-Gründer unterstützen die Transaktion und halten zusammen rund 57 Prozent der Anteile. Nach den erforderlichen regulatorischen Freigaben rechnen die Unternehmen mit einem Abschluss im ersten Quartal 2027. Shelly Group ist neben der Börse Sofia auch im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet und gehört dem SDAX an.


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