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Markt |

SGE, GE Vernova, Hitachi und Samsung C&T wollen BWRX-300-Ausbau in Europa vorantreiben

SGE, GE Vernova, Hitachi und Samsung C&T haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit beim Ausbau kleiner modularer Kernreaktoren in Europa unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht der BWRX-300, der künftig in mehreren Märkten in Mittel- und Osteuropa sowie im Vereinigten Königreich eingesetzt werden soll.

Wie SGE in einer Pressemitteilung vom 22. September 2026 bekannt gab, schafft das Memorandum of Understanding (MoU) einen Rahmen für die gemeinsame Marktentwicklung und die Prüfung kommerzieller Möglichkeiten für den BWRX-300. Die Unternehmen wollen Marktchancen bewerten, Einsatzstrategien weiterentwickeln und konkrete kommerzielle Projekte verfolgen.

Die Partner bringen dabei unterschiedliche Kompetenzen ein. GE Vernova Hitachi Nuclear Energy (GVH), ein Joint Venture von GE Vernova und Hitachi, ist Entwickler und Technologieanbieter des BWRX-300. Hitachi steuert zusätzlich seine Erfahrung in Nukleartechnologie und Industrie bei, während Samsung C&T seine internationalen Engineering- und Baukapazitäten einbringen soll. SGE übernimmt die regionale Projektentwicklung und bleibt in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas federführend für den BWRX-300.

„Diese Zusammenarbeit vereint komplementäre Fähigkeiten, um den Einsatz des BWRX-300 in mehreren Märkten voranzutreiben und auf der bereits vorhandenen Dynamik hinter der Technologie aufzubauen“, sagt Roger Martella, Chief Corporate Officer und Chief Sustainability Officer von GE Vernova.

Bei dem BWRX-300 handelt es sich um einen kleinen modularen Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 300 MW. Das standardisierte und vereinfachte Design soll eine wiederholbare Errichtung mehrerer Reaktoren ermöglichen und dadurch die Projektabwicklung effizienter gestalten. Die erste Anlage dieses Typs befindet sich laut SGE bereits in Kanada im Bau.

Bis zu 26 Reaktoren in Polen

SGE verfolgt bereits mehrere BWRX-300-Projekte in Europa. In Polen wurden Grundsatzentscheidungen für insgesamt 26 Reaktoren erteilt. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf drei Standorten, an denen zunächst bis zu 14 Einheiten entstehen könnten. Die erste Anlage soll nach Angaben des Unternehmens 2032 in Betrieb genommen werden.

Auch im Vereinigten Königreich plant SGE einen umfangreichen Ausbau. Dort arbeitet das Unternehmen an einer Flotte von 14 BWRX-300-Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 4,2 GW, verteilt auf drei Standorte. Das Vorhaben befindet sich derzeit in einer vorläufigen regulatorischen Prüfung. Der erste Standort soll sechs Reaktoren umfassen, wobei der kommerzielle Betrieb ab 2034 angestrebt wird.

Mit der neuen Vier-Parteien-Kooperation wollen die Unternehmen eine Grundlage für eine standardisierte, grenzüberschreitende BWRX-300-Flotte schaffen. Dabei sollen amerikanische Reaktortechnologie, japanische und südkoreanische Industriekompetenz sowie europäische Projektentwicklung und Lieferketten miteinander verbunden werden.


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