EUCLYD sichert sich mehr als 200 Millionen Euro für KI-Halbleiter
Das in Eindhoven ansässige Halbleiterunternehmen EUCLYD hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde mehr als 200 Millionen Euro eingeworben. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 15. September hervor. Mit dem Kapital will EUCLYD seine Halbleiter- und Systementwicklung beschleunigen und sein Engineering-Team vergrößern. Laut Mitteilung entwickelt das Unternehmen dafür eine Rechenarchitektur für Foundation Models, die Kosten, Energiebedarf und Platzbedarf der KI-Infrastruktur reduzieren soll.
Chip- und Systemarchitektur für KI-Inferenz
Für die KI-Inferenz von Foundation Models entwickelt EUCLYD eine abgestimmte Chip- und Systemarchitektur. Programmierbare ASICs bilden laut Mitteilung die Rechenbasis, Prozessor und Speicher entwickelt das Unternehmen aufeinander abgestimmt. Auch Rechenzentrumssysteme gehören zur Entwicklung. Zur Roadmap gehören der KI-Chip „craftwerk“ und das Rechenzentrumssystem „craftwerk station CWS“.
Steigender Bedarf an Energie und Speicherbandbreite
Leistungsfähigere Foundation Models benötigen EUCLYD zufolge mehr elektrische Leistung und Speicherbandbreite und treiben zugleich den Kapitalbedarf sowie die Komplexität der Rechenzentrumsinfrastruktur nach oben. Diese Anforderungen will EUCLYD mit seiner eigenen Architektur adressieren: Das Unternehmen will die Kosten pro verarbeitetem Token sowie den Energie- und Flächenbedarf der KI-Infrastruktur senken.
Die Finanzierung soll die weitere Halbleiter- und Systementwicklung beschleunigen und den Ausbau des Engineering-Teams ermöglichen. Außerdem will EUCLYD seine Partnerschaften im Technologie-Ökosystem erweitern und das Unternehmen auf den kommerziellen Einsatz vorbereiten. Für die kommerzielle Einführung nimmt EUCLYD Enterprise-, Sovereign- und Hyperscale-KI-Märkte ins Visier.
Bernardo Kastrup, Gründer und CEO von EUCLYD, erklärte: „KI wird zunehmend zu einer Grundlage für Wirtschaftswachstum, wissenschaftliche Entdeckungen und nationale Wettbewerbsfähigkeit. Ihr Potenzial bleibt jedoch begrenzt, wenn wir die zugrunde liegende Infrastruktur nicht grundlegend verändern. Diese Finanzierung beschleunigt unser Vorhaben, fortschrittliche KI durch höhere Effizienz, geringere Kosten pro Token und einen breiteren Zugang in größerem Umfang verfügbar zu machen.“
Samsung, Somerset Capital Partners, der von EQT verwaltete Scaleup Europe Fund und Innovation Industries führen die Finanzierungsrunde gemeinsam an. EIFO, imec.xpand, die Brabant Development Agency (BOM) und Quadri beteiligen sich ebenfalls. Der frühere ASML-Chef Peter Wennink übernimmt außerdem den Vorsitz im Board of Directors von EUCLYD.




