SCI Semiconductor sichert sich 5 Millionen Pfund für den Ausbau der Produktion seiner ICENI-Chips
Der britische Halbleiterentwickler SCI Semiconductor hat in einer Finanzierungsrunde 5 Millionen Pfund für den Ausbau seiner Chipproduktion eingeworben. Das geht aus einer Mitteilung des Investors Mercia vom 10. September hervor. Mit dem Kapital will SCI die Fertigung seiner speichersicheren ICENI-Chips hochfahren und die nächste Chipgeneration in Großbritannien entwickeln.
CHERI-Chips aus deutscher Fertigung
Mit dem neuen Kapital will SCI die Produktion seiner ICENI-Chips ausweiten. Die Bauelemente basieren auf der von der University of Cambridge und SRI International entwickelten CHERI-Technologie. Die Architektur trennt Speicherbereiche voneinander und kontrolliert Zugriffe bereits auf Hardwareebene. ICENI gilt Mercia zufolge als erste Chipfamilie auf Basis dieser Technologie. Erste Bauelemente hat SCI bereits fertigen lassen. Die Fertigung erfolgt in Deutschland. SCI übernimmt Design und Packaging in Großbritannien.
Die britische Regierung hat SCI zudem als Kernlieferanten für das Accelerated CHERI Adoption Programme ausgewählt. Nach Angaben von Mercia arbeitet das Unternehmen außerdem mit Google Research und Microsoft zusammen.
Wachsende Anforderungen an Speichersicherheit
Speichersichere Hardware gewinnt nach Angaben von Mercia deutlich an Bedeutung. Probleme bei Speicherzugriffen stehen dem Investor zufolge hinter rund 70 Prozent der Cyberangriffe. Das britische National Cyber Security Centre empfiehlt Unternehmen deshalb speichersichere Technologien und warnt davor, sich allein auf Software-Patches zu verlassen.
Der regulatorische Druck wächst ebenfalls. Mit dem Cyber Resilience Act gelten seit dem 11. September neue Berichtspflichten für Produkte mit digitalen Elementen; die wesentlichen übrigen Anforderungen treten am 11. Dezember 2027 in Kraft.
Haydn Povey, CEO von SCI Semiconductor, sagte: „Speichersichere Technologie hilft, diese Herausforderungen zu bewältigen. Seit wir unseren ICENI-Chip Anfang dieses Jahres vorgestellt haben, ist die Nachfrage überwältigend. Mit der Finanzierung können wir die Produktion ausweiten und hier in Großbritannien eine neue Chipgeneration entwickeln.“
Mercia Ventures und PXN Ventures führten die Finanzierungsrunde an; Osney Capital, Black Opal Ventures und private Investoren beteiligten sich ebenfalls. Ein Jahr zuvor hatte SCI bereits 2,5 Millionen Pfund eingeworben. Nach Angaben von Mercia hat das Unternehmen Aufträge über mehr als 2 Millionen Pfund sowie staatliche Verträge über insgesamt 7,7 Millionen Pfund gesichert. SCI beschäftigt derzeit 35 Mitarbeitende in Sheffield und Cambridge und will binnen eines Jahres 15 weitere Stellen schaffen.


