Google investiert 13 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur in Finnland
Google plant, in den kommenden zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro in digitale Infrastruktur in Finnland zu investieren. Das bislang größte Einzelinvestment des Unternehmens in Europa umfasst neue Rechenzentren und unterstützende Infrastruktur sowie Energieprojekte und Partnerschaften an mehreren Standorten.
Google will seine Präsenz in Finnland deutlich ausbauen und zwischen 2027 und 2028 mindestens 13 Milliarden Euro in digitale Infrastruktur investieren. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab, sind Investitionen und Partnerschaften in Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala vorgesehen. Die neuen Kapazitäten sollen unter anderem die steigende Nachfrage nach Google-Diensten wie Gemini, Search, Maps und YouTube unterstützen.
Nach Angaben von Google handelt es sich um die größte Einzelinvestition des Unternehmens in Europa. Neben Rechenzentren und der dazugehörigen Infrastruktur umfasst das Vorhaben Investitionen in saubere Energie sowie Programme für Gemeinden, Forschung, Bildung und die Entwicklung von Fachkräften.
Google ist bereits seit mehr als 15 Jahren in Finnland aktiv. 2009 kaufte das Unternehmen eine ehemalige Papierfabrik in Hamina und baute sie zu einem Rechenzentrum um. Zwischen 2023 und 2025 unterstützte Googles Präsenz dort nach Unternehmensangaben ein Netzwerk von mehr als 600 finnischen Zulieferern aus Bereichen wie Bau, Betrieb und Netzwerkinfrastruktur.
Die neuen Investitionen sollen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Während der ersten Bauphase 2027 und 2028 erwartet Google einen durchschnittlichen jährlichen Beitrag von 3,6 Milliarden Euro zum finnischen Bruttoinlandsprodukt. Gleichzeitig sollen landesweit mehr als 37.000 Arbeitsplätze unterstützt werden, darunter rund 16.000 im Baugewerbe. Nach der Inbetriebnahme sollen die Standorte jährlich rund 7.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt unterstützen.
Ein wichtiger Bestandteil der Expansion ist die Energieversorgung. Google arbeitet mit dem finnischen Netzbetreiber Fingrid und Business Finland zusammen, um neue Rechenzentren bevorzugt in Nordfinnland und damit in der Nähe CO₂-armer Energiequellen und bestehender Netzkapazitäten anzusiedeln. Dadurch sollen zusätzliche Investitionen in das Stromnetz begrenzt werden.
Darüber hinaus hat Google mit dem finnischen Energieunternehmen Fortum einen 22-jährigen Stromabnahmevertrag geschlossen. Dieser soll Investitionen zur Verlängerung der Laufzeit des Kernkraftwerks Loviisa unterstützen. Das Kraftwerk liefert laut Google derzeit rund zehn Prozent des finnischen Stroms und beschäftigt etwa 580 Menschen. Google und Fortum haben außerdem eine Absichtserklärung unterzeichnet, um zusätzliche CO₂-arme Stromerzeugung und flexible Kapazitäten zu prüfen. Dazu gehören auch mögliche Geschäftsmodelle für neue Kernreaktoren am Standort Loviisa.
Zusätzlich unterstützt Google neue Onshore-Windprojekte. Zusammen mit Valorem und Suomen Hyötytuuli steigt die durch Google unterstützte neue Windkraftkapazität im finnischen Stromnetz auf insgesamt 629 MW. In der Nähe des geplanten Standorts in Kajaani soll zudem ein 94-MW-Batteriespeicher entstehen, der voraussichtlich Ende 2027 in Betrieb geht und zur Stabilisierung des Stromnetzes und der Strompreise beitragen soll.
Google stellt außerdem 31 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren für lokale Projekte in Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala bereit. Davon sind zehn Millionen Euro speziell für Forschung und Innovation vorgesehen. Weitere Programme konzentrieren sich auf KI-Ausbildung, berufliche Qualifizierung und lokale Energieprojekte.
„Google ist stolz darauf, unsere Wurzeln in Finnland mit der größten Einzelinvestition des Unternehmens in Europa weiter zu vertiefen“, sagt Ruth Porat, President und Chief Investment Officer von Alphabet und Google. Die Investition verbinde den Ausbau der technischen Infrastruktur mit zusätzlichen Energiekapazitäten, Verbesserungen des Stromnetzes sowie Maßnahmen für Bildung, Forschung und die Entwicklung von Fachkräften.
Neben der wirtschaftlichen und energetischen Infrastruktur will Google auch Umweltprojekte finanzieren. Auf ehemaligen Forstflächen in der Nähe der vier Standorte sollen unter anderem Wälder, Moore und Feuchtgebiete wiederhergestellt sowie ökologische Korridore geschützt werden.




