Lanxess nimmt Batterielabor für LFP-Materialien in Betrieb
Der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess hat am Standort Krefeld-Uerdingen ein Batterielabor für Eisenoxid- und Eisenphosphat-Materialien in Betrieb genommen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 4. September hervor. Dort prüft Lanxess die Materialien direkt in Batteriezellen, um Unterschiede bei Zellleistung, Prozessierbarkeit und Anwendungseignung schneller zu bewerten. Nach Unternehmensangaben soll das Labor die Entwicklung von LFP-Materialien beschleunigen.
Zelltests für Eisenoxid und Eisenphosphat
Im neuen Labor will Lanxess unterschiedliche Eisenoxid- und Eisenphosphat-Qualitäten direkt im Zellaufbau vergleichen. Die Tests sollen dem Konzern und seinen Kunden laut Mitteilung früher zeigen, wie sich unterschiedliche Eisenoxid- und Eisenphosphat-Qualitäten unter realen Zellbedingungen verhalten. Die technische Ausstattung erlaubt außerdem Untersuchungen an Natrium-Ionen-Batterien mit Natrium-Eisen-Pyrophosphat als Kathodenmaterial.
Spezielle Eisenoxid-Qualitäten für die Synthese von LFP-Kathodenmaterialien hat Lanxess bereits als Battery Grades am Markt eingeführt. Mit Eisenphosphat hat der Konzern ein weiteres Vorprodukt für LFP-Batterien entwickelt. Das Verfahren arbeitet mit Eisen und Phosphorsäure und soll nach Unternehmensangaben ökologische Vorteile gegenüber etablierten Herstellungswegen bringen, bei denen große Mengen salzhaltiger Abwässer entstehen.
Murat Gürsoy, Innovationsleiter für Eisenoxide und Eisenphosphat bei Lanxess, sagte: „Für Zellhersteller zählt heute nicht nur, ob ein Rohstoff verfügbar ist. Entscheidend ist, wie zuverlässig er sich verarbeiten lässt und welchen Beitrag er zur Zellleistung leistet. Genau an dieser Schnittstelle setzt unser Labor an: Wir bringen Materialentwicklung und Zelltest näher zusammen. Dadurch sehen wir früher, ob ein Material im realen Zellaufbau funktioniert.“
50 Prozent LFP-Anteil bis 2030
Stationäre Energiespeicher für erneuerbare Energien treiben laut Mitteilung die Nachfrage nach LFP-Materialien. Rechenzentren und kritische Infrastrukturen erhöhen den Bedarf ebenfalls. In China fahren nach Angaben von Lanxess bereits mehr als drei Viertel aller Elektroautos mit LFP-Akkus. Für Europa rechnet Roland Berger bis 2030 mit einem Marktanteil von 50 Prozent, gegenüber 10 Prozent heute. In Europa und Nordamerika entstehen laut Mitteilung neue Wertschöpfungsketten, um die Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten zu verringern. Mit dem neuen Labor will Lanxess sein Geschäft mit LFP-Materialien weiter ausbauen und die Entwicklung stärker an den Anforderungen der Batteriehersteller ausrichten.




