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Markt |

Volkswagen-Aktie steigt nach Einigung auf umfassenden Konzernumbau

Volkswagen hat sich auf das größte Restrukturierungsprogramm seiner 89-jährigen Geschichte verständigt. Weitere 50.000 Stellen sollen wegfallen, während die Zukunft von vier deutschen Werken offenbleibt. Anleger reagierten zunächst positiv auf die Einigung.

Die Aktien von Volkswagen sind nach der Einigung des Aufsichtsrats auf einen umfassenden Konzernumbau deutlich gestiegen. Wie Reuters berichtet, erreichten die Papiere am Freitag zeitweise den höchsten Stand seit elf Wochen. Gegen 10:46 Uhr GMT lagen sie 5,9 Prozent im Plus und gehörten damit zu den stärksten Werten im europäischen STOXX 600.

Das beschlossene Programm sieht den Abbau von weiteren 50.000 Arbeitsplätzen weltweit vor. Zusammen mit bereits laufenden Maßnahmen sollen damit insgesamt rund 100.000 Stellen wegfallen. Wo und in welchem Zeitraum die zusätzlichen Kürzungen umgesetzt werden, ist bislang nicht festgelegt.

Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte zuvor erklärt, dass etwa die Hälfte der notwendigen Einsparungen in Deutschland erzielt werden müsse. Dies könnte laut Reuters auf rund 25.000 zusätzliche Stellenstreichungen in Deutschland hinauslaufen. Die Details müssen allerdings noch zwischen Management und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden. Für einen Großteil der deutschen Belegschaft gilt aufgrund einer früheren Vereinbarung eine Beschäftigungssicherung bis 2030.

Offen bleibt zudem die Zukunft der deutschen Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Nach dem Auslaufen der dort produzierten Modelle im kommenden Jahrzehnt will Volkswagen nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten suchen. Denkbar wäre Reuters zufolge unter anderem eine Weiterführung der Standorte unter neuen Eigentümern.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies betonte, dass eine Schließung der Werke noch keineswegs beschlossen sei. Das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Stimmrechte bei Volkswagen hält, drängt darauf, alternative Lösungen für die betroffenen Standorte zu finden.

Der Umbau soll Volkswagen helfen, auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck zu reagieren. Der Konzern kämpft unter anderem mit US-Zöllen, rückläufigen Verkäufen in China und wachsender Konkurrenz asiatischer Automobilhersteller in Europa. Die operative Marge sank im ersten Halbjahr 2026 auf 3,8 Prozent, nachdem sie 2022 noch bei 7,9 Prozent gelegen hatte.

Die Einigung verhinderte zugleich einen größeren Konflikt zwischen Management, Arbeitnehmervertretern und Niedersachsen. Das Management hatte zuvor erwogen, seine Forderungen über eine außerordentliche Hauptversammlung durchzusetzen. Dieser Schritt hätte zu einer bislang beispiellosen Auseinandersetzung zwischen den wichtigsten Interessengruppen des Konzerns führen können.

Analysten und Investoren begrüßten deshalb zunächst die erzielte Einigung. Gleichzeitig betonen sie, dass nun vor allem die Umsetzung entscheidend sei. Trotz der Restrukturierung bleiben der Wettbewerbsdruck in Europa, Marktanteilsverluste in China und steigende Rohstoffkosten zentrale Herausforderungen für Volkswagen.


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