Flex übernimmt EPC Power für 4,4 Milliarden US-Dollar
Flex will den US-amerikanischen Spezialisten für Leistungselektronik EPC Power für 4,4 Milliarden US-Dollar übernehmen. Mit der Akquisition baut der Auftragsfertiger sein Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren und Netzinfrastruktur aus.
Laut einer Pressemitteilung von Flex hat das Unternehmen eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von EPC Power unterzeichnet. Die Transaktion bewertet EPC Power mit 4,4 Milliarden US-Dollar und soll vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Nach Abschluss der Übernahme soll EPC Power Teil des Geschäftsbereichs Cloud and Power Infrastructure (CPI) von Flex werden. Flex plant, diesen Bereich im ersten Quartal 2027 als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen abzuspalten.
EPC Power wurde 2010 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Kalifornien. Das Unternehmen entwickelt intelligente Stromwandlungslösungen für Rechenzentren und Stromnetze und kombiniert dabei eigene Hardware, Software und Steuerungstechnologien. Die Plattform ist unter anderem für die nächste Generation von 800-Volt-Stromversorgungsarchitekturen in Rechenzentren ausgelegt. Zum Portfolio gehören Gleichrichter und DC-DC-Wandler; zudem arbeitet das Unternehmen an Solid-State-Transformatoren.
Nach Angaben von Flex sind weltweit bereits mehr als 15 Gigawatt an EPC-Power-Systemen in 62 Ländern installiert. Die jährliche Produktionskapazität in den USA soll 2027 auf mehr als 30 Gigawatt steigen.
Flex will die Technologien von EPC Power mit seinem bestehenden Portfolio für Stromversorgung, Kühlung und Computing kombinieren. Hintergrund ist der steigende Energiebedarf von KI-Infrastrukturen. Höhere Leistungsdichten in modernen Rechenzentren treiben nach Einschätzung des Unternehmens den Übergang zu neuen 800-Volt-Architekturen voran.
„Bei der Stromversorgungsarchitektur findet ein grundlegender Wandel statt, angetrieben durch steigende Leistungsdichten und die veränderten Anforderungen digitaler Infrastruktur“, sagt Revathi Advaithi, CEO von Flex.
Die Technologien von EPC Power sollen dabei unter anderem zur Netzstabilisierung, Notstromversorgung und Bereitstellung von 800-Volt-Strom für moderne GPUs eingesetzt werden. Flex sieht darin eine Möglichkeit, künftig stärker integrierte Infrastrukturlösungen für Rechenzentren anzubieten.
EPC Power soll im Kalenderjahr 2026 einen Umsatz von rund 800 Millionen US-Dollar erzielen. Für 2027 erwartet Flex ein organisches Umsatzwachstum von etwa 40 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von rund 30 Prozent.
Flex prüft verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten und plant, die Übernahme mit einer Kombination aus Fremd- und Eigenkapital zu finanzieren. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und weiterer üblicher Abschlussbedingungen.




