VW konkretisiert Produktionsende an vier Werken – IG Metall kündigt Widerstand an
Der deutsche Autobauer Volkswagen will die Fahrzeugproduktion an vier deutschen Standorten zwischen 2031 und 2034 auslaufen lassen. Die IG Metall droht mit massivem Widerstand. Darüber berichtete Reuters am 1. September unter Berufung auf die WirtschaftsWoche. Die Pläne betreffen die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Am Freitag will der Aufsichtsrat über drei konkurrierende Konzepte für den weiteren Konzernumbau entscheiden.
Produktion soll schrittweise an andere Standorte wandern
Nach den Plänen des Vorstands soll die Fahrzeugproduktion in Emden und Zwickau im Jahr 2031 enden, Hannover soll 2032 folgen und Neckarsulm 2034. Mit dem geplanten Produktionsende sollen auch künftige Modelle an andere Standorte wandern. Die Produktion des ID.4-Nachfolgers soll aus Emden ins tschechische Mladá Boleslav wechseln, der Nachfolger des Audi Q4 e-tron aus Zwickau nach Bratislava. Die Produktion der Elektro-Transporterfamilie B-Space soll von Hannover nach Poznań wechseln, der Nachfolger des Audi A8 von Neckarsulm nach Leipzig.
Eine weitere Modellbelegung der vier deutschen Werke ist laut WirtschaftsWoche allerdings noch nicht vollständig ausgeschlossen. Voraussetzung wäre, dass die Standorte ihre Fabrikkosten bis Ende Juni 2027 auf ein wettbewerbsfähiges Niveau senken. 2025 lagen diese dem Aufsichtsrat zufolge im Schnitt bei 6.490 Euro je Fahrzeug. An europäischen VW-Standorten außerhalb Deutschlands waren es dagegen 2.832 Euro. Finanzvorstand Arno Antlitz hatte bereits gewarnt, dass unveränderte Produktion und bestehende Überkapazitäten an den vier Standorten einen dauerhaften Kostennachteil von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr verursachen würden.
Widerstand gegen weitere Einschnitte wächst
Nach Reuters-Informationen stehen bei Volkswagen neben Werksschließungen auch die Abspaltung der Kernmarke Volkswagen und der Komponentensparte sowie bis zu 50.000 weitere Stellenstreichungen zur Debatte. Die IG Metall lehnt insbesondere eine erneute Öffnung des erst vor weniger als zwei Jahren vereinbarten Restrukturierungspakets ab. Wie Reuters weiter berichtet, trafen sich Vertreter von Management, Großaktionären, Arbeitnehmerseite und dem Land Niedersachsen am Montag und Dienstag zu Gesprächen; die Aussichten auf einen Kompromiss vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag gelten jedoch als gering.
Thorsten Gröger von der IG Metall sagte vor Beschäftigten in Hannover: „Ich kann nur warnen: Wenn der Vorstand diese Vereinbarung heute wieder infrage stellen will, dann wird der Werkboden an allen Standorten brennen – das sage ich euch! Wir werden uns mit aller Macht dagegenstellen.“





