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© Nexperia via Facebook
Markt |

Chinesisches Gericht friert Nexperia-Vermögenswerte ein

Ein chinesisches Gericht hat Beteiligungen des niederländischen Halbleiterherstellers Nexperia und seiner Ausrüstungssparte im Wert von bis zu 2,14 Milliarden Yuan eingefroren. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen eines Rechtsstreits mit dem chinesischen Eigentümer Wingtech Technology.

Ein chinesisches Gericht hat Vermögenswerte von Nexperia und dessen Ausrüstungssparte im Wert von bis zu 2,14 Milliarden Yuan – rund 300 Millionen US-Dollar – eingefroren. Das berichtet Reuters. Das Verfahren wurde vom chinesischen Elektronikkonzern Wingtech Technology angestoßen, der im vergangenen Jahr durch Maßnahmen der niederländischen Behörden die Kontrolle über Nexperia verloren hatte.

Die gerichtliche Entscheidung verschafft Wingtech zusätzlichen Handlungsspielraum bei dem Versuch, die Kontrolle über Nexperia zurückzugewinnen. An der aktuellen Unternehmensführung ändert die Maßnahme jedoch nichts, und auch der grundsätzliche Eigentumsstreit bleibt ungelöst.

Der Konflikt begann vor rund einem Jahr, als die niederländische Regierung bei Nexperia intervenierte. Als Grund wurden Bedenken genannt, dass Technologien, Finanzmittel und Produktionsanlagen ins Ausland verlagert werden könnten. Ein niederländisches Unternehmensgericht suspendierte später den CEO von Nexperia und stellte die mit Wingtechs Beteiligung verbundenen Stimmrechte unter unabhängige Verwaltung.

China reagierte darauf mit Exportkontrollen für Nexperias Aktivitäten in China, wodurch Lieferungen beeinträchtigt wurden. Nach Gesprächen zwischen Peking und Den Haag erlaubte China die Wiederaufnahme der Lieferungen, während die Niederlande ihre Anordnung aussetzten. Wingtech erhielt seine zuvor verlorenen Stimmrechte allerdings nicht zurück.

Im Mai reichten Wingtech und eine Tochtergesellschaft Klage gegen Nexperia, dessen Ausrüstungssparte, die Muttergesellschaft von Nexperia sowie drei Führungskräfte ein. Nach Angaben von Reuters wirft Wingtech den Beklagten vor, an aus Sicht des Unternehmens diskriminierenden niederländischen Beschränkungen mitgewirkt zu haben. Der Konzern fordert 8 Milliarden Yuan Schadenersatz.

Das Intermediate People's Court in Dongguan ordnete nun das Einfrieren der Beteiligungen an. Zu einem Gerichtsverfahren ist es bislang noch nicht gekommen.

Betroffen sind Nexperias Beteiligungen an vier in China ansässigen Unternehmen, darunter die Halbleiteraktivitäten des Konzerns in China, Wuxi und Shanghai sowie eine vollständig kontrollierte Einheit der Ausrüstungssparte in Wuxi. Die Maßnahmen traten zwischen dem 20. und 25. August 2026 in Kraft und gelten bis August 2029.

Der Streit zwischen Wingtech und Nexperia hat inzwischen auch internationale Auswirkungen. Die Auseinandersetzung belastet die Beziehungen zwischen China und den Niederlanden und hatte zwischenzeitlich die weltweite Versorgung mit Halbleitern gefährdet, die unter anderem in Automobilen und Unterhaltungselektronik eingesetzt werden.

Nexperia und seine Ausrüstungssparte reagierten laut Reuters zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.


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