Österreich baut Förderung für Batteriespeicher aus
Das österreichische Wirtschaftsministerium will den Ausbau von Batteriespeichern beschleunigen und die Photovoltaik-Förderung ab 2027 stärker auf intelligente Speicher und Energiemanagementsysteme ausrichten. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus vom 20. August hervor. Mehr Speicherkapazität soll die Nutzung heimischen Solarstroms verbessern und zugleich teure Importe aus dem Ausland begrenzen.
Mehr Förderung für intelligente Speicherlösungen
Mit der Speicheroffensive will das Ministerium bessere Bedingungen für neue Batteriespeicher schaffen. Dafür sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Auch der neue Netzinfrastrukturplan soll Speicherinfrastruktur stärker berücksichtigen. Ein eigenes Förderprogramm richtet sich an Haushalte und Betriebe, die intelligente Energiemanagementsysteme einsetzen wollen. Bei der EAG-Investitionsförderung ist ab 2027 ebenfalls ein Kurswechsel geplant: Die breite Förderung kleiner klassischer PV-Anlagen soll auslaufen, Speicher mit intelligentem Energiemanagement sollen stärker unterstützt werden.
Künftig sollen sich auch bestehende PV-Anlagen leichter mit Speichern nachrüsten lassen, sofern zugleich ein Energiemanagementsystem installiert wird. Förderfähig bleiben unter anderem gebäudeintegrierte Photovoltaik, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende Anlagen und PV an Lärmschutzwänden. Für zentrale Komponenten aus europäischer Produktion ist weiterhin ein Bonus vorgesehen. Förderanträge sollen zudem künftig nach Installation und Rechnungsstellung eingereicht werden können; das bisherige First-Come-First-Serve-Prinzip soll damit entfallen.
Solarspitzen erhöhen den Bedarf an Speichern
Den Handlungsbedarf begründet das Ministerium mit den starken Schwankungen zwischen Stromerzeugung und Verbrauch über den Tagesverlauf. An einem Augusttag wurden laut Mitteilung in Österreich bei einem Verbrauch von 120,1 GWh insgesamt 117,8 GWh Strom erzeugt, rund 30 Prozent davon aus Photovoltaik. Die PV-Leistung erreichte mittags 4,3 GW, während die Tageslast am Abend mit 6,1 GW ihren Höchststand erreichte und kaum noch Solarstrom zur Verfügung stand. Entsprechend lagen die Großhandelspreise zwischen 10 und 16 Uhr im Schnitt bei 14 Euro je MWh, am Abend dagegen bei rund 180 Euro je MWh.
Eine vom Wirtschaftsministerium beauftragte Studie sieht bis 2030 aus volkswirtschaftlicher Sicht Potenzial für bis zu 8 GW marktorientierte Batterieleistung. Je nach Szenario könnten zusätzliche Speicher den Großhandelspreis 2030 um bis zu zwei Euro je MWh senken; bei einem Halbjahresverbrauch von rund 34 TWh entspräche das rechnerisch bis zu 68 Millionen Euro. Derzeit sind nach Branchenprognosen mehr als 3,2 GWh Batteriespeicher installiert, ein großer Teil davon mit weniger als 50 kWh Speicherkapazität; hinzu kommen 6,2 GW Pumpspeicherleistung. Das Ministerium fordert deshalb auch praxistauglichere Regeln für systemdienliche Speicher und eine Überprüfung der vorgesehenen Kriterien der E-Control.


