Infineon übernimmt indischen Spezialisten für digitale Stromversorgung C2i
Der deutsche Chiphersteller Infineon will den indischen Stromversorgungsspezialisten C2i Semiconductors übernehmen. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 24. August hervor. Mit dem Zukauf will Infineon seine Stellung im Markt für Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren ausbauen und softwaredefinierte Stromversorgungsarchitekturen bis zum Prozessorkern weiter vorantreiben.
Digitale Stromversorgung für leistungsfähige KI-Chips
Mit C2i erweitert Infineon seine technischen Möglichkeiten für die Stromversorgung von immer leistungsfähigeren KI-Prozessoren. Das Unternehmen aus Bangalore entwickelt softwaredefinierte Mehrphasen-Controller und intelligente Power-Stages für KI-Server und High-Performance-Computing. Infineon will C2is Know-how mit seinem bestehenden Angebot an Silizium-, Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Leistungshalbleitern für neue Stromversorgungslösungen nutzen.
Die Übernahme soll Infineon auch bei Stromversorgungsarchitekturen bis zum Prozessorkern voranbringen. Geplant sind unter anderem vertikale Versorgungslösungen und künftige Substrate Integrated Voltage Regulators (SIVR). Dafür will Infineon auf C2is Erfahrung mit digitalen Stromversorgungssystemen zurückgreifen.
Adam White, Präsident der Infineon-Division Power Systems, sagte: „C2i Semiconductors bringt herausragende Expertise in softwaredefiniertem Energiemanagement und systemumfassenden Stromversorgungsarchitekturen mit – unterstützt von einem hochqualifizierten Entwicklungsteam mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung.“
Mehr Rechenleistung verschärft die Anforderungen an die Stromversorgung
Die steigende Leistungsdichte moderner KI-Prozessoren stellt die Stromversorgung in Rechenzentren vor neue technische Herausforderungen. Ihre Last kann sich innerhalb kürzester Zeit stark verändern, sodass Leistung und Spannung schnell und präzise nachgeregelt werden müssen. Softwaredefinierte Systeme sollen solche Schwankungen besser auffangen und zugleich Effizienz und Systemstabilität sichern. Nach Angaben von Infineon können sie außerdem Leistungsverluste reduzieren und höhere Leistungsdichten künftiger KI-Prozessoren unterstützen.
Mit der Übernahme will Infineon seine Lösungen für diese Anforderungen schneller weiterentwickeln und zugleich seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Indien ausbauen. Der Abschluss der Transaktion wird im dritten Quartal 2026 erwartet. In Indien beschäftigt Infineon derzeit rund 2.800 Mitarbeitende; durch C2i soll dort zusätzlich ein Kompetenzzentrum für digitale Energietechnologien entstehen.


