Neue Euro-7-Vorschriften verändern den Markt für Automobilkomponenten
Die neuen Euro-7-Vorschriften treten ab Ende 2026 in Kraft und umfassen nicht nur Abgasemissionen, sondern auch Bremsstaub, Reifenabrieb und die Haltbarkeit von Batterien. Laut Mouser Electronics werden die Änderungen zu einer steigenden Nachfrage nach Sensoren, Stromversorgungskomponenten und Überwachungssystemen für Fahrzeuge führen.
Die Euro-7-Verordnung (EU 2024/1257) führt neue Anforderungen für Automobilhersteller ein, die Fahrzeuge auf dem Markt der Europäischen Union verkaufen. Die erste Frist tritt am 29. November 2026 in Kraft und betrifft neue Typen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Ein Jahr später gelten die Vorschriften für alle neu verkauften leichten Fahrzeuge und ab 2028 auch für Lkw und Busse.
Mouser erwartet insbesondere in drei Bereichen eine steigende Nachfrage nach elektronischen Komponenten. Der erste betrifft die Überwachung von Abgassystemen und Abgasnachbehandlungssystemen. Der zweite Bereich umfasst Systeme zur Überwachung von Bremsstaub und Reifenverschleiß. Die dritte Gruppe betrifft Batterien in Hybrid- und Elektrofahrzeugen.
„Die Einhaltung von Euro 7 wird in hohem Maße von fortschrittlicher Elektronik und Technologien zur Echtzeitüberwachung von Fahrzeugen abhängen. Während sich die Hersteller den für 2026 und 2027 festgelegten Fristen nähern, erwarten wir eine stärkere Entwicklungsaktivität bei präzisen Sensoren für Abgas- und Nicht-Abgasemissionen, zuverlässigen Energiemanagementsystemen für Emissionskontrollsysteme sowie Onboard-Überwachungslösungen, die über einen deutlich längeren Betriebszeitraum eine hohe Genauigkeit gewährleisten können“, sagte Mark Patrick, Director of Technical Content bei Mouser.
Die neuen Vorschriften gelten auch für Hersteller außerhalb der EU, wenn sie ihre Fahrzeuge auf dem europäischen Markt anbieten wollen. Nach Einschätzung von Mouser Electronics wird sowohl die Anpassung bestehender Fahrzeugplattformen als auch die Entwicklung neuer Euro-7-konformer Modelle die Bedeutung fortschrittlicher elektronischer Komponenten erhöhen.
Das Unternehmen geht davon aus, dass Hersteller verstärkt auf Präzisionssensoren, Mikrocontroller, Energiemanagement-ICs, Kommunikationsmodule sowie Komponenten für Test- und Messanwendungen zurückgreifen werden.
„Ingenieure müssen heute Elektronik entwickeln, die nicht nur strengere Anforderungen an Partikelemissionen und Überwachungssysteme erfüllt, sondern ihre Leistungsfähigkeit auch über einen deutlich längeren Zeitraum unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen beibehält. Dies bringt Herausforderungen bei der Komponentenauswahl, dem Wärmemanagement und der Robustheit der Konstruktion mit sich. Genau deshalb wird der Zugang zu einem breiten und kontinuierlich aktualisierten Portfolio an Automobilkomponenten sowie zu Ressourcen zur Unterstützung der Entwicklung immer wertvoller“, fügte Patrick hinzu.


