Schweizer Baurobotik-Startup Gravis erhält 200 Millionen Dollar für autonome Baumaschinen
Das Zürcher Robotikunternehmen Gravis Robotics sichert sich eine Series-A-Finanzierung über 200 Millionen US-Dollar von der japanischen Technologie- und Investmentgruppe SoftBank. Das geht aus einer Mitteilung von Gravis Robotics vom 17. August hervor. Das aus der ETH Zürich hervorgegangene Unternehmen entwickelt Systeme für teil- und vollautonome Baumaschinen. Mit der Finanzierung will Gravis seine bislang auf vier Kontinenten eingesetzten Systeme weltweit in weitere Flotten schwerer Baumaschinen integrieren.
Autonome Steuerung für Baumaschinen
Das Unternehmen will autonome Baumaschinen damit in größerem Maßstab auf Baustellen weltweit verfügbar machen. Dafür plant Gravis, sein Entwickler- und Ingenieurteam zu verstärken.
Bei der Steuerung setzt Gravis auf eine gemeinsame Software für gemischte Maschinenflotten. Nach Unternehmensangaben kann dieselbe Kernsoftware sowohl kompakte Bagger als auch bis zu fünfmal größere Maschinen verschiedener Hersteller steuern und sich an deren jeweilige Eigenschaften anpassen. Während des Einsatzes verarbeitet die KI Maschinentelemetrie sowie Informationen über Bodenbeschaffenheit und hydraulische Widerstände. Bediener können sich mit Echtzeit-3D-Führung und Gefahrenerkennung unterstützen lassen oder mehrere autonome Maschinen aus sicherer Entfernung überwachen. Vermessung und Gefahrenkartierung laufen während der Arbeit automatisch mit.
Gravis beziffert den Produktivitätsgewinn gegenüber besonders effizienter manueller Bedienung auf bis zu 30 Prozent. Die automatisierten Systeme sollen nach Angaben des Unternehmens außerdem zu sichereren Arbeitsabläufen beitragen.
Dominic Jud, CTO und Mitgründer von Gravis Robotics, sagte: „Erfahrene Maschinenführer lesen den Boden anhand feinster physischer Rückmeldungen. Unsere KI nutzt dieselben Signale über die Maschinentelemetrie und reagiert auf unterschiedliche Kräfte im Untergrund und die Bodenmechanik innerhalb von Mikrosekunden.“
Fachkräftemangel erhöht Druck auf die Bauwirtschaft
Der steigende Bedarf an neuer Infrastruktur verschärft den Druck auf eine Branche, die nach Einschätzung von Gravis unter Arbeitskräftemangel leidet. Besonders der Ausbau von Energienetzen und Rechenzentren für die KI-Wirtschaft erhöht nach Einschätzung des Unternehmens den Bedarf an zusätzlichen Baukapazitäten. Wohnungsbau, Verkehrsinfrastruktur und klimaresiliente Projekte verschärfen den Druck ebenfalls. Automatisierte Maschinen sollen vorhandene Arbeitskräfte deshalb entlasten und gleichzeitig mehr Bauleistung ermöglichen.



