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Markt |

DMASS: Europas Bauteildistribution legt um 31,7 Prozent zu

Der europäische Vertrieb elektronischer Komponenten ist im zweiten Quartal 2026 um 31,7 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus einer Mitteilung des Branchenverbands DMASS Europe vom 30. Juli hervor. Den größten Schub lieferten Halbleiter, allen voran Speicherprodukte, deren kräftiges Wachstum auch durch Preissteigerungen beeinflusst wurde. Der Zuwachs bei Verbindungs-, passiven und elektromechanischen Komponenten beruhte laut DMASS auf der Nachfrage aus Automatisierung, Energie und Infrastruktur.

Halbleitergeschäft wächst dank Speicher und Preisauftrieb

Der stärkste Wachstumsschub kam im zweiten Quartal aus dem Halbleitersegment. Der Umsatz stieg dort um 40,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, gestützt durch höhere Preise, neue Industrieinvestitionen und eine lebhafte Nachfrage aus Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, KI und Cloud-Infrastruktur. Die DACH-Märkte zogen deutlich an, allen voran Österreich mit 51,8 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 45,1 Prozent und der Schweiz mit 44,7 Prozent.

Besonders deutlich setzte sich das Speichergeschäft vom übrigen Markt ab: Der Umsatz legte um 189 Prozent zu. DMASS führt den außergewöhnlichen Anstieg auf weltweite Kapazitätsengpässe, höhere Preise und verstärkte Lagerbestellungen zurück. Analoge Halbleiter und diskrete Bauelemente kamen auf Zuwächse von 28,8 beziehungsweise 26,5 Prozent. Deutlich verhaltener entwickelten sich Optoelektronik mit 1,6 Prozent und Standardlogik mit 8,2 Prozent.

Hermann Reiter, Vorsitzender von DMASS Europe, sagte: „Verglichen mit den Wachstumsschüben in den USA und China fällt die Gesamtentwicklung in Europa moderater aus. Die branchenübergreifende Bedeutung der Elektronik gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Industrienachfrage gleichmäßiger und nachhaltiger an Fahrt gewinnt.“

Industrienachfrage hält Europas Markt auf Wachstumskurs

Abseits des von Preiseffekten mitgeprägten Halbleitergeschäfts verzeichnete auch der IP&E-Markt ein deutliches Wachstum. Der Umsatz mit Verbindungs-, passiven und elektromechanischen Komponenten legte um 19,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu. DMASS sieht darin ein klareres Signal für die tatsächliche europäische Industrienachfrage, da dieses Segment weniger von kurzfristigen Preiseffekten und KI-bedingten Schwankungen geprägt ist. Getragen wurde der Anstieg vor allem von Automatisierung, Energie und Infrastruktur.

Über alle Produktgruppen hinweg zeigte sich das Wachstum in weiten Teilen Europas. Deutschland verzeichnete einen Zuwachs von 36,3 Prozent, Frankreich kam auf 24,8 Prozent, Italien auf 18 Prozent. Noch stärker legten Irland mit 55,4 Prozent und Israel mit 83,8 Prozent zu.

Wie stabil der Aufwärtstrend ist, bleibt nach Einschätzung von DMASS offen. Geopolitische Spannungen, schwankende Energiekosten und mögliche Störungen der europäischen Energieinfrastruktur könnten die weitere Entwicklung belasten.

 


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