Porsche steigert Gewinn trotz Absatzrückgang und hohen Umbaukosten
Der deutsche Sportwagenhersteller Porsche AG hat seinen operativen Gewinn im ersten Halbjahr 2026 trotz sinkender Umsätze und deutlich weniger Auslieferungen auf 1,35 Milliarden Euro gesteigert. Das geht aus dem Halbjahresbericht des Unternehmens vom 29. Juli hervor. Die operative Umsatzrendite erhöhte sich von 5,5 auf 7,8 Prozent. Mit der Verbesserung geht ein umfassender Konzernumbau einher, dessen finanzielle Entlastung nach Angaben von Reuters erst ab 2028 spürbar werden soll.
Weniger Fahrzeuge, höhere Marge
Wie aus den von Porsche vorgelegten Halbjahreszahlen hervorgeht, ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent auf 17,23 Milliarden Euro zurückgegangen. Noch stärker fiel der Rückgang bei den Auslieferungen aus: Sie sanken laut Unternehmen um 16,5 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge. Dass das operative Ergebnis dennoch von 1,01 auf 1,35 Milliarden Euro zulegte, führt Porsche auf strengere Kostenkontrollen sowie eine Verkaufsstrategie zurück, bei der ein profitablerer Produktmix und die erzielten Preise Vorrang vor möglichst hohen Stückzahlen haben.
Auch beim Mittelzufluss meldet der Hersteller eine deutliche Verbesserung. Der Netto-Cashflow im Automobilgeschäft erhöhte sich nach Unternehmensangaben von 394 Millionen auf 1,02 Milliarden Euro. Gleichzeitig verursachten die laufenden Maßnahmen zur Neuaufstellung im ersten Halbjahr eine Nettobelastung von rund 100 Millionen Euro.
Jochen Breckner, Porsche-Vorstand für Finanzen und IT, erklärte: „Die Finanzzahlen für das erste Halbjahr entsprechen unseren Erwartungen. Unser konsequentes Kostenmanagement und unsere Value-over-Volume-Strategie beginnen, positive Effekte zu zeigen.“
Umbau belastet noch bis 2027
Wie Reuters am 29. Juli unter Berufung auf Porsche berichtet hatte, dürften die Kosten für den Stellenabbau und weitere Umstrukturierungen in der zweiten Jahreshälfte zwischen 300 und 400 Millionen Euro liegen. Für das Jahr 2027 rechne man mit einer Belastung in ähnlicher Größenordnung. Die Maßnahmen sollen bis 2035 zum Abbau von rund 20 Prozent der Arbeitsplätze führen und nach Angaben von Finanzvorstand Breckner ab 2028 Wirkung zeigen.
Besonders deutlich zeigt sich der Absatzdruck in China, das für Porsche lange zu den profitabelsten Märkten gehörte. Seit dem Höchststand im Jahr 2021 haben sich die dortigen Verkäufe laut Reuters mehr als halbiert. Rückgänge verzeichnet der Hersteller zudem in Nordamerika sowie in der Region Nahost, Afrika und Indien.
Um den Konzern dauerhaft schlanker aufzustellen, greift Porsche auch in seine Führungsstruktur ein. Laut Unternehmensmitteilung wurde die Zahl der Vorstandsressorts von acht auf sieben reduziert und der Bereich Car-IT zum 1. Juli in das Ressort Forschung und Entwicklung integriert. An seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 hält Porsche unverändert fest.


