Stellenabbau bei BMW: Rund 8.000 Arbeitsplätze bis Ende 2027 in Gefahr
Der deutsche Automobilhersteller BMW will in Deutschland bis Ende 2027 mehrere Tausend Stellen streichen. Darüber berichtete Reuters am 29. Juli. Der Abbau könnte rund 8.000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung treffen. BMW verschärft damit seinen Sparkurs, nachdem der Konzern seine Gewinnprognose wegen des schwachen China-Geschäfts gesenkt hatte.
Sparprogramm ohne Einschnitte in der Produktion
Den Stellenabbau will BMW über ein mit dem Betriebsrat vereinbartes Freiwilligenprogramm umsetzen. Beschäftigte sollen das Unternehmen gegen eine Abfindung verlassen können. Die Produktion ist von dem Programm ausgenommen.
BMW reagiert damit auf das schwache China-Geschäft und die dort zuletzt deutlich gesunkenen Fahrzeugverkäufe. Bereits im Juni hatte der Konzern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt.
Die schwächere Geschäftsentwicklung veranlasst BMW zu weiteren Einsparungen. Vorstandschef Milan Nedeljkovic kündigte an, die laufenden Sparmaßnahmen zu beschleunigen und auszuweiten. Bei einer Mitarbeiterversammlung in München erklärte er laut einem Teilnehmer, die Rahmenbedingungen in der Automobilbranche hätten sich grundlegend verändert und damit auch die Grundlage des bisherigen Geschäftsmodells des Konzerns. Die Einschnitte seien notwendig, um die Ertragskraft von BMW zu verbessern.
BMW will am 30. Juli seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorlegen.
Deutsche Autobauer verschärfen ihren Sparkurs
Der geplante Stellenabbau bei BMW reiht sich in einen umfassenden Sparkurs der deutschen Automobilindustrie ein. Reuters zufolge haben auch Volkswagen und Mercedes-Benz bereits Vereinbarungen über den Abbau von Zehntausenden Stellen getroffen. Hohe Investitionen in Elektromobilität, der wachsende Wettbewerbsdruck aus China und die US-Zölle belasten demnach die Hersteller.
Auch Porsche treibt den Konzernumbau weiter voran und will bis 2035 rund 20 Prozent seiner Stellen abbauen. Nach Angaben von Reuters protestierten am 29. Juli Tausende Beschäftigte im Audi-Werk Neckarsulm gegen die Umbaupläne. Der Standort ist einer von vier Standorten in Deutschland, denen im Rahmen der Umstrukturierung des Volkswagen-Konzerns die Schließung droht.


