VARTA stellt vier Insolvenzanträge – Konzern droht die Aufteilung
Der deutsche Batteriehersteller VARTA hat vier Insolvenzanträge gestellt und könnte in mehrere Geschäftsbereiche aufgeteilt werden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 24. Juli unter Berufung auf eine Sprecherin des Amtsgerichts Stuttgart. Zuvor hatten die Anteilseigner Porsche und Michael Tojner eine weitere Finanzierung des angeschlagenen Konzerns abgelehnt. Gläubiger und Anteilseigner interessieren sich bereits für einzelne Sparten.
Apple zieht sich als VARTA-Kunde zurück
Reuters hatte bereits am Vortag über den bevorstehenden Insolvenzantrag berichtet. Der Schritt folgte auf eine längere wirtschaftliche Talfahrt, in deren Verlauf der Batteriehersteller einen seiner wichtigsten Kunden verlor. Apple will die wiederaufladbaren CoinPower-Knopfzellen für seine AirPods künftig aus China beziehen. Wie die WirtschaftsWoche am 22. Juli berichtete, verzichtete der US-Technologiekonzern zunächst bei der jüngsten AirPods-Generation auf Batterien von VARTA und kündigte wenige Monate später die vollständige Beendigung der Geschäftsbeziehung an.
Die Folgen treffen insbesondere das Werk in Nördlingen, das eng mit dem Apple-Auftrag verbunden ist. Der Standort soll im Herbst 2026 schließen. VARTA-Chef Michael Ostermann hatte im Mai gegenüber der WirtschaftsWoche erklärt, dass sich das Werk nicht ausreichend mit anderen Aufträgen auslasten lasse.
Gläubigerdruck wächst – Aufteilung des Konzerns möglich
Nach Informationen von Reuters wollen wichtige Gläubiger, darunter die Deutsche Bank, das profitable Geschäft mit Haushaltsbatterien übernehmen. Michael Tojner hat demnach Interesse an der Mikrobatteriesparte bekundet. Damit zeichnet sich eine mögliche Aufteilung des Konzerns zwischen verschiedenen Eigentümern ab.
Die Finanzierungslage hatte sich bereits im Herbst 2025 zugespitzt. Laut WirtschaftsWoche unterschritt das Konzernergebnis damals eine mit den Gläubigern festgelegte Mindestmarke. Damit konnten die Kreditgeber die sofortige Rückzahlung ihrer Forderungen verlangen. Ein Stillhalteabkommen verschaffte VARTA zunächst weiteren Spielraum, ließ seit dem 22. Juli jedoch eine tägliche Kündigung der Kredite zu. Bis zum 12. August sollte ursprünglich ein Sanierungsgutachten vorliegen – der Insolvenzantrag kam dieser Frist zuvor.


