cylib übernimmt bayerische Anlage zur Aufbereitung von bis zu 10.000 Tonnen Altbatterien pro Jahr
Das Aachener Batterierecyclingunternehmen cylib hat im bayerischen Wernberg-Köblitz einen Standort zur Entladung, Demontage und mechanischen Aufbereitung ausgedienter Elektrofahrzeugbatterien übernommen. Das teilte das Unternehmen am 21. Juli mit. cylib schafft damit die mechanische Vorstufe für seine geplante Rohstoffrückgewinnung in Dormagen. Die Kombination beider Standorte soll kritische Rohstoffe aus europäischen Altbatterien für eine erneute Nutzung innerhalb Europas zurückgewinnen.
Mechanische Vorbehandlung für die Rohstoffrückgewinnung
Am bayerischen Standort Wernberg-Köblitz will cylib künftig ausgediente Elektrofahrzeugbatterien entladen, zerlegen und mechanisch zu Schwarzmasse aufbereiten. Nach Unternehmensangaben ist die Anlage für eine Jahresmenge von bis zu 10.000 Tonnen ausgelegt. Die dort gewonnene Schwarzmasse soll anschließend in der entstehenden hydrometallurgischen Anlage in Dormagen weiterverarbeitet werden. Dort will cylib Lithium, Graphit, Nickel, Kobalt und Mangan zurückgewinnen.
Die bislang stillgelegte Anlage hat das Unternehmen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens samt Verarbeitungslinie, Gebäude und Grundstück übernommen. Nach einer technischen Prüfung und notwendigen Anpassungen soll der Betrieb im vierten Quartal 2026 beginnen, sofern die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vorliegt. Nach Unternehmensangaben bietet die Lage in Bayern einen direkten Zugang zu wichtigen Produktionsstandorten der Automobilindustrie und zu Batterielieferketten in Süddeutschland und Mitteleuropa. Die volle Kapazität will das Unternehmen bis Ende 2027 erreichen.
Dr. Lilian Schwich, Co-CEO und Mitgründerin von cylib, sagte: „In Dormagen entsteht gerade unser Standort für die hochwertige Rohstoffrückgewinnung aus Schwarzmasse. Mit der Übernahme in Bayern schließen wir die Lücke davor: Hier gewinnen wir künftig diese Schwarzmasse aus Altbatterien – im Industriemaßstab.“
Kritische Batterierohstoffe für europäische Lieferketten
Kritische Batterierohstoffe aus europäischen Altbatterien sollen künftig wieder in europäischen Lieferketten eingesetzt werden. cylib will dafür Lithium, Graphit, Nickel, Kobalt und Mangan zurückgewinnen und so die Abhängigkeit Europas von Rohstoffimporten verringern. Der Bedarf an zusätzlichen Recyclingkapazitäten dürfte nach Unternehmensangaben deutlich steigen: Laut dem „Global EV Outlook 2026“ der Internationalen Energieagentur könnten sich die Mengen ausgedienter Elektrofahrzeugbatterien in Europa zwischen 2030 und 2035 mehr als verdreifachen.



