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Wangs-swiss
© Cicor
Markt |

Cicor meldet 40 Prozent mehr Aufträge und baut rund 220 Stellen ab

Die Schweizer Elektronikfertigungsgruppe Cicor hat im ersten Halbjahr ihren Auftragseingang deutlich gesteigert und im zweiten Quartal wieder organisches Wachstum erzielt. Zuvor hatten Lieferengpässe und eine eingeschränkte Komponentenverfügbarkeit das Geschäft zu Jahresbeginn gebremst. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 22. Juli hervor. Der Umsatz stieg insbesondere infolge der 2025 abgeschlossenen Unternehmenszukäufe um 19 Prozent auf 334,1 Millionen Schweizer Franken. Die Eingliederung zugekaufter Unternehmen und die Neuordnung mehrerer Produktionsstandorte belasteten jedoch die Profitabilität und gehen gruppenweit mit dem Abbau von rund 220 Stellen einher.

Hohe Nachfrage aus Luftfahrt und Verteidigung

Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39,8 Prozent auf 399,8 Millionen Schweizer Franken. Bei einem Umsatz von 334,1 Millionen Schweizer Franken erreichte das Book-to-Bill-Verhältnis 1,2 und lag damit im fünften Quartal in Folge über eins. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 19 Prozent, wobei Akquisitionen 22,8 Prozentpunkte zum Wachstum beitrugen. Wechselkurseffekte schmälerten das Plus um 3,8 Prozentpunkte.

Organisch stagnierte das Geschäft über das gesamte Halbjahr, entwickelte sich von April bis Juni aber mit 5,3 Prozent wieder positiv. Besonders stark wuchs das Geschäft mit Kunden aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung: Der Umsatz stieg dort um 55 Prozent und erreichte 28 Prozent der Konzernerlöse. Zwei neue Kunden, darunter Kongsberg, sowie eine Partnerschaft im Bahninfrastrukturmarkt sollen langfristig mehr als 20 Millionen Schweizer Franken zusätzlichen Jahresumsatz bringen. Im Substratgeschäft blieb die Nachfrage nach Leiterplatten schwach, Hybridsubstrate entwickelten sich dagegen besser.

Umbau belastet Ergebnis

Die laufende Neuordnung der Gruppe hinterließ Spuren in der Profitabilität. Das bereinigte EBITDA sank leicht von 29 auf 28 Millionen Schweizer Franken, die Marge ging von 10,3 auf 8,4 Prozent zurück. Cicor führt den Rückgang unter anderem auf die Integration der 2025 übernommenen Unternehmen sowie den laufenden Umbau der Fertigung zurück. Dazu gehören Fertigungsprobleme im Zusammenhang mit dem Kapazitätsausbau am Standort Wangs und die Verlagerung von Produktionsaufgaben zwischen mehreren Werken.

Nach dem Verkauf des tunesischen Standorts für 1,4 Millionen Euro konzentriert Cicor die Fertigung in Nordafrika auf zwei Werke in Marokko. Die Produktion in Singapur und Genf läuft laut Mitteilung ebenfalls aus, nachdem die jeweiligen Aufgaben an die Standorte Batam und Newport übergegangen sind. Insgesamt betrifft der Umbau rund 220 Stellen oder fünf Prozent der Belegschaft; bis Ende Juni hatte Cicor bereits mehr als 80 Prozent des geplanten Stellenabbaus umgesetzt.

In der Folge soll das EBITDA künftig jährlich um mehr als zehn Millionen Schweizer Franken höher ausfallen. Den vollständigen Ergebniseffekt erwartet Cicor voraussichtlich im dritten Quartal. Für 2026 rechnet die Gruppe weiterhin mit 700 bis 750 Millionen Schweizer Franken Umsatz und einem bereinigten EBITDA von 70 bis 80 Millionen Schweizer Franken.


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