Kontron liefert 5G-Module aus Deutschland für Fahrzeugplattform eines europäischen Autobauers
Der österreichische IoT- und Embedded-Computing-Anbieter Kontron hat einen neuen europäischen Kunden für seine in Deutschland gefertigten 5G-Kommunikationsmodule gewonnen. Das teilte das Unternehmen am 21. Juli mit. Kontron rechnet zunächst mit der Abnahme von rund 150.000 Modulen im Wert eines zweistelligen Millionenbetrags. Nach Unternehmensangaben kommen die in Berlin entwickelten und in Düsseldorf gefertigten Komponenten damit erstmals auf der Fahrzeugplattform eines europäischen Automobilherstellers zum Einsatz.
5G-Schnittstelle für Software-Defined Vehicles
Die Network Access Devices, kurz NADs, dienen in der Fahrzeugplattform als zentrale Schnittstelle für die mobile Datenkommunikation. Die Module verbinden das Fahrzeug über das Mobilfunknetz mit externen Diensten und Systemen. Dadurch ermöglichen sie Over-the-Air-Updates, Ferndiagnosen und weitere vernetzte Fahrzeugfunktionen. Nach Angaben von Kontron sollen die Module künftig auch V2X-Anwendungen ermöglichen, bei denen Fahrzeuge Daten mit anderen Verkehrsteilnehmern oder der Infrastruktur austauschen.
Europäische Lieferkette für vernetzte Fahrzeuge
Mit der Fertigung in Düsseldorf und der Entwicklung in Berlin bündelt Kontron Entwicklung und Produktion seiner 5G-Module in Deutschland. Das Unternehmen will europäischen Kunden eine regional entwickelte und gefertigte Quelle für 5G-Kommunikationsmodule bieten und damit Abhängigkeiten von außereuropäischen Lieferketten verringern. Laut Unternehmen ist Kontron aktuell der einzige Anbieter weltweit, der entsprechende Kommunikationsmodule in Europa entwickelt und in Deutschland produziert. Über den Fahrzeugmarkt hinaus kommen 5G-Kommunikationsmodule laut Mitteilung auch in Industrieanlagen, Bahnsystemen und kritischen Infrastrukturen zum Einsatz, in denen sichere Kommunikation und stabile Lieferketten eine zentrale Rolle spielen.
Hannes Niederhauser, CEO der Kontron AG, sagte: „Der Auftrag zeigt, dass europäische OEMs und ihre Zulieferer zunehmend Wert auf technologische Unabhängigkeit, Cybersicherheit und resiliente Lieferketten legen. Unsere in Deutschland entwickelten und gefertigten 5G-Module bieten hierfür eine leistungsfähige und vertrauenswürdige Lösung.“
Die neue Produktionsstätte in Düsseldorf nahm am 13. Juli offiziell den Betrieb auf. Sollte der Automobilhersteller die Technik später auf weitere Fahrzeugplattformen übertragen, hält Kontron nach eigenen Angaben eine Ausweitung des Liefervolumens auf mehr als das Dreifache für möglich.


