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© Fraunhofer EMFT
Markt |

EU-Projekt ICOS² soll Europas Halbleiterresilienz stärken

Ein europäisches Konsortium aus 21 Organisationen startet das Horizon-Europe-Projekt ICOS², um Europas Position in der globalen Halbleiterindustrie zu stärken. Das geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer EMFT vom 15. Juli hervor. Das Projekt soll globale Lieferketten, technologische Entwicklungen und strategische Abhängigkeiten analysieren. Daraus wollen die Partner konkrete Empfehlungen für Europas Halbleiterpolitik und die internationale Zusammenarbeit ableiten.

Globale Halbleiterabhängigkeiten systematisch erfassen

Im Rahmen des Projekts wollen die Partner Europas Stellung in den weltweiten Halbleiterlieferketten genauer bestimmen und bestehende Abhängigkeiten sichtbar machen. Nach Angaben des Fraunhofer EMFT untersucht ICOS² dazu technologische Entwicklungen und prüft, mit welchen internationalen Partnern eine engere Zusammenarbeit sinnvoll wäre. Aus den Analysen sollen konkrete Empfehlungen für Politik und Industrie hervorgehen. Geplant sind außerdem gemeinsame Forschungsinitiativen und Mobilitätsprogramme. An dem Vorhaben beteiligen sich 21 Organisationen aus Industrie, Forschung und Politik, darunter ASML, Bosch, Infineon, NXP und STMicroelectronics. Die Koordination übernimmt das irische Tyndall National Institute.

Mehr Resilienz für Europas Halbleiterindustrie

Europas Halbleiterpolitik steht unter wachsendem Druck, weil zahlreiche Schlüsselbranchen auf eine stabile Versorgung mit Chips angewiesen sind. Betroffen sind laut Fraunhofer EMFT zentrale Branchen wie die Automobilindustrie, das Gesundheitswesen, die Energieversorgung und die Telekommunikation. Europa verfüge demnach nur über begrenzte Fertigungskapazitäten und bleibe in zentralen Teilen der Wertschöpfungskette auf außereuropäische Partner angewiesen. ICOS² soll dazu beitragen, diese Verwundbarkeit zu verringern, Europas technologische Eigenständigkeit auszubauen und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Ergebnisse sollen politische Entscheidungen und Investitionen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten fundieren und direkt in die Ausgestaltung eines Chips Act 2.0 einfließen.

Professor Giorgos Fagas, Direktor für strategische Entwicklung am Tyndall National Institute und Koordinator von ICOS², sagte: „Aufbauend auf den starken Grundlagen des vorangegangenen und sehr erfolgreichen ICOS-Projekts stellt ICOS² einen entscheidenden Schritt dar, um in Europas Halbleiterstrategie von der Analyse zum Handeln überzugehen. Indem wir fundierte Erkenntnisse mit gezielter internationaler Zusammenarbeit verbinden, schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Europa seine industrielle Basis und seine globale Wettbewerbsfähigkeit stärken kann.“

Für die internationale Zusammenarbeit richtet das Konsortium den Blick unter anderem auf Kanada, Indien, Japan, Südkorea, Taiwan und die USA. Dort will ICOS² Partnerschaftsmöglichkeiten identifizieren, die Europas Widerstandsfähigkeit stärken und zugleich strategische Interessen der EU wahren.


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