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Markt |

ASML dürfte bei Quartalszahlen Kapazitätsausbau und China-Geschäft in den Fokus rücken

Wie Reuters berichtet, richtet sich der Blick der Halbleiterbranche auf die bevorstehenden Quartalszahlen des niederländischen Lithografiespezialisten ASML. Investoren erwarten insbesondere Aussagen zum weiteren Kapazitätsausbau, der starken Nachfrage nach KI-Chipfertigungsanlagen sowie zu den Auswirkungen verschärfter Exportbeschränkungen gegenüber China.

ASML profitiert weiterhin vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Speicherhersteller wie SK hynix, Samsung und Micron bauen ihre Produktionskapazitäten aus, während auch Großkunden wie TSMC ihre Investitionen in moderne Chipfertigung fortsetzen. Analysten rechnen für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 8,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 14 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Der Nettogewinn soll voraussichtlich um 8,8 % auf 2,61 Milliarden Euro steigen.

Belastet wird der Ausblick jedoch durch die geopolitische Lage. Reuters zufolge könnte ein neuer US-Gesetzesvorschlag verbündete Staaten verpflichten, ihre Exportkontrollen gegenüber China weiter zu verschärfen. ASML wäre davon direkt betroffen. Das Unternehmen liefert zwar keine EUV-Lithografiesysteme nach China, verkauft aber weiterhin weniger leistungsfähige DUV-Anlagen, die dort für die Fertigung von Chips für Automobil-, Industrie- und Elektronikanwendungen eingesetzt werden. China dürfte in diesem Jahr dennoch für bis zu 20 % des ASML-Umsatzes verantwortlich sein.

Gleichzeitig arbeitet ASML daran, die steigende Nachfrage der Halbleiterindustrie zu bedienen. Das Unternehmen plant, in diesem Jahr 60 EUV-Systeme und im kommenden Jahr 80 Anlagen auszuliefern. Nach Einschätzung einiger Analysten könnte die tatsächliche Produktionskapazität langfristig sogar auf bis zu 110 EUV-Systeme pro Jahr steigen. Um Engpässe zu vermeiden, setzt ASML unter anderem auf schnellere Installationen, die Modernisierung bestehender Anlagen und eine optimierte Produktion.

Analysten gehen davon aus, dass ASML seine Jahresprognose anheben könnte. Während einige Experten die hohe Bewertung der Aktie inzwischen für ambitioniert halten, sehen andere weiteres Kurspotenzial, sofern das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten schneller als erwartet ausbauen kann.


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