VDA fordert Kurswechsel für Automobilstandorte in Deutschland und Europa
Der deutsche Branchenverband der Automobilindustrie VDA hat Forderungen zur anhaltenden Standortkrise in Deutschland und Europa formuliert. Das geht aus einem Kommentar des Verbands vom 8. Juli hervor. VDA-Präsidentin Hildegard Müller sieht Politik und Unternehmen unter wachsendem Handlungsdruck. Hersteller und Zulieferer müssten ihre Kostenstrukturen und Geschäftsmodelle überprüfen, wenn Standorte und Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen.
Standortkrise erhöht Druck auf Hersteller und Zulieferer
Der VDA fordert eine Standortpolitik, die Investitionen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärker fördert. Dazu zählt der Verband Entlastungen bei Sozialabgaben und Steuern, niedrigere Energiepreise, weniger Verwaltungsaufwand und flexiblere Arbeitsmarktregeln. Bei künftigen Technologien fordert Müller, der Branche mehr Offenheit für unterschiedliche Lösungen zu lassen.
Müller begründet die Forderungen mit schwierigen Standortbedingungen in Deutschland und Europa. Nach Darstellung des VDA weist der Verband seit Jahren mit Zahlen und Branchendaten auf Nachteile gegenüber anderen Weltregionen hin. Politische Antworten hätten die Lage aus Sicht des VDA bislang nicht ausreichend verbessert. Dadurch wachse der Druck auf Hersteller, Zulieferer und industrielle Standorte in Europa.
Hildegard Müller, Präsidentin des VDA, sagte: „Die Realität hat die politischen Ziele und Ansätze überholt und gefährdet zunehmend auch Arbeitsplätze. Die Standortkrise trifft die gesamte europäische Industrie, die Folgen sind täglich sichtbar und spürbar – und sie werden zunehmend dramatischer. Die Werke bei Herstellern und Zulieferern werden wir so nicht alle halten können. Wir sollten daher die Standorte hier z. B. auch für ausländische Hersteller öffnen. Mit jedem Standort, den wir hier halten können, sichern wir Arbeitsplätze.“
Aus dieser Lage leitet der VDA weiteren Handlungsdruck für die Unternehmen ab. Hersteller und Zulieferer müssten ihre Kosten strenger kontrollieren, Geschäftsmodelle anpassen und auch Personalanpassungen einplanen. Die damit verbundenen Entscheidungen sollen nach Müllers Darstellung im Austausch mit allen Beteiligten getroffen werden. Ohne bessere Standortbedingungen sieht der Verband künftige Investitionen, neue Arbeitsplätze und bestehende Werke in Deutschland unter Druck.



