Solstice plant 14,5-Milliarden-Dollar-Übernahme von Element Solutions
Der US-amerikanische Spezialmaterialienanbieter Solstice Advanced Materials will den US-Chemiekonzern Element Solutions übernehmen. Das geht aus einer Mitteilung beider Unternehmen vom 6. Juli hervor. Mit Element will Solstice sein Elektronikgeschäft deutlich verbreitern – von Materialien für die Chipfertigung bis hin zu Anwendungen in Packaging und Assembly. Durch die Übernahme will Solstice Anforderungen aus der KI-Infrastruktur besser bedienen, etwa bei Leistung, Zuverlässigkeit und Wärmemanagement.
Mehr Materialkompetenz für Elektronik und KI-Infrastruktur
Solstice will mit Element sein Geschäft rund um Elektronikanwendungen deutlich ausbauen. Die geplante Transaktion erweitert Solstices Leistungsspektrum in Elektronikanwendungen um Formulierungsentwicklung, Forschung und Entwicklung, technische Services und anwendungsnahe Kundenbetreuung. Geplant ist ein breiteres Angebot für Halbleiterfertigung, Advanced-Packaging und Elektronikmontage. Kunden sollen bereits in frühen Entwicklungsphasen unterstützt und anschließend durch Qualifizierung und Großserienfertigung begleitet werden.
Der Ausbau von KI-Infrastruktur verschiebt die Anforderungen an Elektronikmaterialien. Gefragt sind laut Mitteilung Lösungen, die höhere Chip-Leistung, komplexere Packaging-Architekturen und effizientere Kühlung ermöglichen. Solstice will mit Element ein breiteres Angebot schaffen, das Materialien für Chips und Packaging ebenso umfasst wie Kältemittellösungen und Rechenzentrumskühlung.
David Sewell, Präsident und CEO von Solstice, sagte: „Insgesamt sind wir überzeugt, dass das zusammengeführte Unternehmen sehr gut positioniert sein wird, um von langfristigen Wachstumstreibern in wachstumsstarken Endmärkten zu profitieren. Element bringt hochkomplementäre Fähigkeiten, enge Kundenbeziehungen und ein technisches Service-Modell ein, das unsere Unterstützung für Kunden von der frühen Entwicklung bis zur Großserienfertigung erweitert.“
Abschluss in der ersten Jahreshälfte 2027 geplant
Den Wert der Transaktion beziffern die Unternehmen mit rund 14,5 Milliarden US-Dollar, einschließlich übernommener Nettoschulden. Element-Aktionäre sollen je Aktie 10,00 US-Dollar in bar und 0,500 Solstice-Aktien erhalten. Der rechnerische Gegenwert liegt damit bei rund 50,10 US-Dollar je Element-Aktie und etwa 15 Prozent über dem Schlusskurs vom 2. Juli. Nach dem Abschluss sollen die bisherigen Element-Aktionäre rund 44 Prozent des zusammengeführten Unternehmens halten.
Finanziell soll der Zusammenschluss das Profil von Solstice verändern. Zusammen erzielten Solstice und Element 2025 einen Nettoumsatz von rund 6,8 Milliarden US-Dollar. Einschließlich erwarteter laufender Synergien nennt Solstice eine bereinigte EBITDA-Marge von 26 Prozent. Mittelfristig peilt das Unternehmen ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, ein bereinigtes EBITDA-Wachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich und eine Cash Conversion von rund 75 Prozent an. Bis zum dritten Jahr nach Abschluss erwartet Solstice Netto-Synergien von mehr als 180 Millionen US-Dollar.
Für den Bargeldteil der Bar- und Aktien-Transaktion setzt Solstice auf eigene Barmittel und eine zugesagte Brückenfinanzierung von Goldman Sachs über 4,7 Milliarden US-Dollar, die später durch eine dauerhafte Fremdfinanzierung ersetzt werden soll. Die Nettoverschuldung soll binnen 18 Monaten nach Abschluss auf unter das 3-Fache des bereinigten EBITDA sinken.
Beide Verwaltungsräte haben der Vereinbarung bereits einstimmig zugestimmt. Vollzogen werden soll die Übernahme in der ersten Jahreshälfte 2027, sofern die erforderlichen regulatorischen Freigaben und Aktionärszustimmungen vorliegen. Das Unternehmen soll anschließend unter dem Namen Solstice weitergeführt werden. David Sewell soll President und CEO des zusammengeführten Unternehmens werden; dem künftigen Verwaltungsrat sollen elf Mitglieder angehören, darunter Element-CEO Ben Gliklich und zwei weitere Vertreter aus dem Element-Board.



