Apple wirbt bei US-Regierung für Genehmigung zum Kauf chinesischer Speicherchips
Apple setzt sich bei der US-Regierung dafür ein, Speicherchips des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) beziehen zu dürfen. Nach Informationen der Financial Times hat das Unternehmen die Trump-Regierung um Unterstützung gebeten, um die steigenden Kosten für Speicherbausteine abzufedern.
Dem Bericht zufolge begann Apple bereits vor mehr als einem Monat Gespräche mit dem US-Handelsministerium und suchte darüber hinaus den Austausch mit weiteren Regierungsvertretern sowie politischen Entscheidungsträgern in Washington.
Obwohl Apple rechtlich nicht daran gehindert ist, Speicherchips von CXMT oder dem chinesischen Hersteller YMTC zu beziehen, stehen beide Unternehmen auf der sogenannten Chinese Military Company List (1260H-Liste) des US-Verteidigungsministeriums. Auf dieser Liste befinden sich chinesische Unternehmen, denen Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee nachgesagt werden. Die Aufnahme auf die Liste zieht in den meisten Fällen zwar keine direkten rechtlichen Konsequenzen nach sich, gilt jedoch als erhebliches Reputationsrisiko.
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund stark gestiegener Preise für Speicherchips. Erst kürzlich hatte Apple die Preise für MacBooks und iPads erhöht und dies mit den „nicht tragbaren“ Kosten für Speicherbausteine begründet. Die Ankündigung führte zu einem deutlichen Kursverlust der Apple-Aktie.
Mit CXMT als zusätzlichem Lieferanten könnte Apple seine Abhängigkeit von den bestehenden Speicherherstellern verringern und den Preisdruck reduzieren. Derzeit bezieht das Unternehmen DRAM-Speicher hauptsächlich von Micron sowie den südkoreanischen Herstellern Samsung und SK hynix.
Ob Apple eine Zusicherung der US-Regierung erhält, bleibt allerdings ungewiss. Nach Angaben der Financial Times ist unklar, ob Washington garantieren würde, CXMT künftig nicht auf die strengere Entity List des Handelsministeriums zu setzen. Unternehmen auf dieser Liste unterliegen weitreichenden Exportbeschränkungen.
Der mögliche Einkauf bei CXMT stößt bereits auf politischen Widerstand in den USA. John Moolenaar, Vorsitzender des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, bezeichnete eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen als „schweren Fehler“. Auch Sicherheitsexperten warnten davor, neue Abhängigkeiten von chinesischen Halbleiterherstellern aufzubauen, während die USA gleichzeitig versuchen, ihre Lieferketten unabhängiger von China zu gestalten.
CXMT gilt als Chinas nationaler Champion im Bereich DRAM-Speicher und bereitet derzeit einen Börsengang in Shanghai vor. Das Unternehmen will sich als Konkurrent der etablierten Anbieter Samsung, SK hynix und Micron positionieren. Gleichzeitig hat der KI-Boom der vergangenen Jahre die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM) stark erhöht und damit auch zu einer Verknappung konventioneller Speicherchips für Unterhaltungselektronik beigetragen.
Apple und das Weiße Haus wollten sich zu den Berichten nicht äußern.



