Deutschland reicht erste IPCEI-Halbleiterprojekte bei EU-Kommission ein
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat 14 deutsche Halbleiterprojekte für das europäische IPCEI AST bei der EU-Kommission zur beihilferechtlichen Vorprüfung angemeldet. Das geht aus einer Mitteilung des Ministeriums vom 1. Juli hervor. Mit den Projekten wollen die beteiligten EU-Staaten den Transfer neuer Halbleitertechnologien in die gewerbliche Nutzung beschleunigen und Europas Mikroelektronik breiter aufstellen. Der Bund stellt dafür bis zu 3,8 Milliarden Euro bereit; allein in Deutschland sollen Investitionen von knapp 10 Milliarden Euro ausgelöst werden.
14 deutsche Projekte für neue Halbleitertechnologien
Die 14 eingereichten Vorhaben betreffen nach Angaben des Ministeriums zentrale Teile der Mikroelektronik-Wertschöpfungskette. Dazu zählen innovative Materialien und Fertigungsanlagen, Chipdesign und Halbleiterproduktion sowie moderne Packaging-Technologien. Einen Schwerpunkt bilden hochinnovative KI-Chips, die den heutigen Stand der Technik deutlich übertreffen sollen.
Insgesamt sollen in Deutschland 35 Projekte im Rahmen des IPCEI AST mit nationalen Fördermitteln unterstützt werden. Bund und Länder tragen die Finanzierung gemeinsam; beteiligt sind Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Europäische Partner für industrielle Souveränität
Mit dem europäischen Vorhaben soll die Wertschöpfung rund um künftige Chiptechnologien stärker in Europa verankert werden. Die Förderung richtet sich an Projekte, die neue Technologien entwickeln und den Weg in die gewerbliche Nutzung schaffen. Das Ministerium erwartet Impulse für Automobilhersteller, Anlagenbauer sowie Unternehmen aus Energie- und Digitalwirtschaft.
Für die Abstimmung zwischen den beteiligten Staaten arbeiten Deutschland, die Niederlande und Frankreich eng zusammen. Die deutschen Vorhaben sind nach Angaben des Ministeriums die ersten Projekte, die aus dem Teilnehmerkreis in das EU-Beihilfeverfahren gehen. Insgesamt stehen 17 EU-Staaten hinter dem IPCEI AST: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien und Tschechien.





