Gartner-Bericht: Infineon gilt als Maßstab bei Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren
Ein aktueller Bericht des US-amerikanischen Analyse- und Beratungsunternehmens Gartner sieht den Münchner Halbleiterhersteller Infineon Technologies im Anbieterrennen um Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren in einer Spitzenposition. Das geht aus einer Pressemitteilung von Infineon vom 26. Juni hervor. Gartner begründet die Einstufung laut Infineon mit dem breiten Portfolio des Konzerns entlang der KI-Stromversorgungskette. Auch die Fertigungskapazitäten und frühe Investitionen in fortschrittliche Technologien fließen demnach in die Bewertung ein.
Mehrstufige Stromversorgung für KI-Rechenzentren
KI-Rechenzentren stellen hohe Anforderungen an die Stromversorgung, weil hohe Leistungsdichten die Wärmeentwicklung erhöhen und Verluste über mehrere Umwandlungsstufen stärker ins Gewicht fallen. Laut Infineon sieht Gartner darin einen Grund für die starke Bewertung: Der Konzern adressiert die Stromversorgung über mehrere Umwandlungsstufen hinweg. Dieser Grid-to-Core-Ansatz reicht laut Infineon vom Netzanschluss bis zur Prozessorebene und umfasst unter anderem Solid-State-Transformatoren, Netzteile, Energiespeichersysteme, Zwischenbuswandlung und Power-Management am Prozessor. Der Systemansatz spielt laut Mitteilung eine zentrale Rolle: Über mehrere Stufen hinweg sollen Effizienz, Zuverlässigkeit und Leistung der Stromversorgung aufeinander abgestimmt werden.
Für die einzelnen Stufen dieser Stromversorgungskette werden laut Bericht unterschiedliche Halbleitertechnologien relevant. Das gilt besonders für künftige 800-VDC-Architekturen in KI-Rechenzentren, bei denen Wide-Bandgap-Halbleiter an Bedeutung gewinnen. Laut Infineon setzt der Konzern Siliziumkarbid für die Hochspannungswandlung vom Netz bis zum Rack ein; Galliumnitrid kommt in hochfrequenten Zwischenstufen der Leistungswandlung zum Einsatz. Gartner ordnet diese Ausgangslage in ein zunehmend umkämpftes Wettbewerbsfeld ein. Druck entsteht laut Mitteilung bei SiC und GaN sowie durch Anbieter auf der Compute-Board-Ebene, wo die finale Leistungswandlung nahe am Prozessor erfolgt.
Infineon sieht in KI-Anwendungen ein wachsendes Geschäftsfeld: Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern im KI-Markt einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.





