SCHUNK und Bosch entwickeln Roboterhand für humanoide Systeme
Der deutsche Greiftechnik- und Automatisierungsspezialist SCHUNK und die Bosch-Robotiktochter Robert Bosch Robotics arbeiten an einer industrietauglichen Roboterhand für humanoide Systeme. Das geht aus einer Mitteilung von SCHUNK vom Monat Juni hervor. Die Kooperation zielt auf einen ersten Prototyp und die technischen Bausteine für eine industrietaugliche Roboterhand. Erprobt werden soll die Roboterhand in Produktions- und Logistikprozessen, bei denen wechselnde Objekte, Formen und Materialien flexible Greiftechnik verlangen.
Prototyp für eine industrielle Handplattform
Die geplante Roboterhand soll humanoiden Systemen den Sprung in variablere Produktions- und Logistikumgebungen erleichtern. Dafür entsteht zunächst ein Prototyp, der sich in unterschiedliche Robotertypen integrieren lassen soll. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen dazu die Mechanik, Elektronik und Software für die spätere Industrieanwendung entstehen und anschließend in konkreten Einsatzszenarien getestet werden.
Damit die Roboterhand robust genug für industrielle Abläufe wird, entwickelt Bosch die mechanischen und feinmechanischen Komponenten. Der Technologiekonzern gestaltet zudem Elektronik, KI-Funktionen und Software. Fragen rund um Industrialisierung und Skalierung liegen ebenfalls bei Bosch. Die flexible Greif- und Automatisierungstechnik für die Roboterhand kommt von SCHUNK. Das Unternehmen bringt dabei seine Erfahrung aus rund 20 Jahren Entwicklung humanoider Hände in den Prototyp ein.
Timo Gessmann, CTO von SCHUNK, sagte: „Mit Bosch gewinnen wir einen starken globalen Entwicklungspartner, der technologisches Know-how mit industrieller Erfahrung vereint und über ein breites Portfolio für die Roboterhand-Entwicklung verfügt.“
Humanoide Roboter brauchen flexiblere Endeffektoren
Produktion und Logistik stellen Roboter vor Aufgaben, die mit starren Abläufen immer schwerer zu bewältigen sind. Betriebe müssen schneller auf neue Varianten reagieren und zugleich den steigenden Produktivitätsdruck auffangen. Kürzere Produktlebenszyklen verschärfen diese Anforderungen.
Beim Greifen zeigt sich besonders klar, warum humanoide Systeme für solche Umgebungen interessant werden. Werkstücke, Verpackungen und andere Objekte unterscheiden sich je nach Prozess in Form und Material. Klassische Greifer reichen bei dieser Bandbreite häufig kaum aus, weil sie auf klar definierte Objekte und Abläufe ausgelegt sind. Die Partnerschaft soll humanoiden Robotern den Weg in Industrieprozesse ebnen, bei denen starre Greifer zu wenig Beweglichkeit bieten.
Mathias Pillin, CTO der Robert Bosch GmbH, erklärte: „Durch die Kooperation mit SCHUNK bringen wir die Stärken von zwei traditionsreichen Industrieunternehmen aus Deutschland für eine Zukunftstechnologie zusammen. Roboterhände sind ein zentrales Bauteil, um die humanoide Robotik in der Produktion voranzubringen und damit flexibler und genauer zu arbeiten als mit herkömmlichen Greifsystemen. Die Hand aus unserer gemeinsamen Entwicklungskooperation hat das Potenzial, in vielfältigen industriellen Anwendungen in Produktion, Montage, Logistik und internen Serviceprozessen eingesetzt zu werden.“



