OHB und Rheinmetall gründen Joint Venture für militärische Satellitenkommunikation
Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB und der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall wollen über ein neues Joint Venture die Satellitenkommunikation der Bundeswehr absichern. Das geht aus einer Mitteilung von Rheinmetall vom 11. Juni hervor. Die OHB Rheinmetall Space Networks GmbH mit Sitz in Bremen soll der Bundeswehr ein geschütztes Satellitenkommunikationssystem für SATCOMBw Stufe 4 liefern. Die Partner zielen damit auf eine Kommunikationsarchitektur, die militärische Einheiten im Einsatz sicher vernetzt und Sprache, Daten sowie Echtzeitinformationen über alle Führungsebenen hinweg übertragen soll.
Neuer Systemanbieter für sichere Bundeswehr-Kommunikation
Mit OHB Rheinmetall Space Networks entsteht ein zentraler Anbieter für die technische Umsetzung von SATCOMBw Stufe 4. Die Gesellschaft soll die geschützte Kommunikationsarchitektur von der Entwicklung bis zur Auslieferung führen. Im laufenden Betrieb sollen IT-Sicherheit und ein Cyber-Operation-Center die militärische Nutzung absichern.
Im militärischen Einsatz soll SATCOMBw Stufe 4 sichere Verbindungen zwischen Soldaten und Fahrzeugen sowie Plattformen und Drohnen schaffen. Über diese Architektur laufen Sprachkommunikation, Datenverkehr und Echtzeitinformationen über die militärischen Führungsebenen.
Marco Fuchs, CEO der OHB SE, sagte: „Mit der Gründung der OHB Rheinmetall Space Networks GmbH bringen Rheinmetall und wir unsere Stärken zusammen, um der Bundeswehr ein hochmodernes, souveränes und zukunftssicheres Kommunikationssystem bereitzustellen.“
Geschützte Netze für digitalisierte Streitkräfte
Militärische Führung erfordert belastbare Kommunikation über große Distanzen. SATCOMBw Stufe 4 soll dafür eine geschützte Satellitenarchitektur schaffen, die sensible Informationen absichert und Einsatzkräfte verlässlich anbindet. Für OHB und Rheinmetall ist das Projekt damit auch ein Beitrag zur europäischen Technologiesouveränität. Die neue Gesellschaft könnte ihre Rolle später auf NATO-Partnerschaften und das Framework Nations Concept ausweiten.
Timo Haas, CEO der Rheinmetall-Division Digital Systems, erklärte: „Ohne sichere Kommunikation über das All gewinnt man am Boden keinen Konflikt mehr. Mit OHB Rheinmetall Space Networks sind wir in der Lage, der Bundeswehr eine technologisch führende und absolut krisenfeste Kommunikationsarchitektur im Weltraum zur Verfügung stellen.“
Nach der Genehmigung durch das Bundeskartellamt Mitte April ist die Gesellschaft im Bremer Handelsregister eingetragen. Die Geschäftsführung übernehmen der langjährige OHB-Raumfahrtexperte Dennis Winkelmann und Alexander Beyer, ehemaliger Bundeswehroffizier und zuletzt verantwortlich für Satellite Communications bei Rheinmetall.

