Schaeffler und Sonatus machen Steuergeräte fit für Edge-AI
Der deutsche Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler und der US-Softwareanbieter Sonatus wollen KI-Funktionen direkt auf Fahrzeugsteuergeräte bringen. Das geht aus einer Mitteilung von Schaeffler vom 10. Juni hervor. Die Zusammenarbeit setzt bei einem Kernproblem softwaredefinierter Fahrzeuge an: Neue Funktionen erfordern leistungsfähige Steuergeräte und eine Softwareebene direkt im Fahrzeug. Schaeffler will dafür die eigene Hardware mit Sonatus-Technologie für Datenerfassung und KI-Modellmanagement ausstatten.
Steuergeräte werden zur Rechenplattform für Fahrzeug-KI
Schaeffler und Sonatus setzen bei der Partnerschaft direkt an der Steuergeräteebene an. Schaeffler nutzt dafür Hardware für zentrale und zonale Fahrzeugarchitekturen. Sonatus ergänzt diese Systeme um Software, die KI-Funktionen im Fahrzeug ausführt und bereits in über acht Millionen Serienfahrzeugen weltweit eingesetzt wird.
Zwei Sonatus-Lösungen bilden den technischen Kern der Integration. Collector AI greift Fahrzeugdaten gezielt in Echtzeit ab und reduziert den Bedarf an großen Datenlogs. AI Director führt KI-Modelle im Fahrzeug aus und steuert deren Betrieb über den Lebenszyklus. Schaeffler-Steuergeräte übernehmen damit Aufgaben, die bei softwaredefinierten Fahrzeugen stärker auf zentralen und zonalen E/E-Architekturen laufen.
Thomas Stierle, Vorstand E-Mobility der Schaeffler AG, sagte: „Softwaredefinierte Fahrzeuge benötigen eine robuste und skalierbare Hardwarebasis. Unsere Steuergeräte führen datenbasierte und KI-gestützte Funktionen direkt im Fahrzeug aus und ermöglichen so die nächste Generation von Fahrzeugarchitekturen.“
Jeff Chou, CEO und Mitgründer von Sonatus, erklärte: „Die Zentralisierung von Hardware ist nur der erste Schritt. Das softwaredefinierte Fahrzeug entsteht, wenn KI direkt im Fahrzeug ausgeführt wird und die Hardware kontinuierlich lernt und sich weiterentwickelt. Gemeinsam mit Schaeffler verwandeln wir statische Steuergeräte in dynamische, intelligente Systeme.“
Autobauer sollen Funktionen schneller per Software umsetzen
Die gemeinsame Lösung soll Herstellern die Integration neuer Fahrzeugfunktionen erleichtern. Die Partner setzen dafür auf Steuergeräte, die Lenken und Bremsen sowie Energiemanagement softwareseitig ausführen. Neue Funktionen und Verbesserungen können später per Software ins Fahrzeug kommen, ohne Eingriff in die Hardware. Die gezielte Datenerfassung soll Fehleranalysen beschleunigen und Fahrzeugdaten für die Entwicklung besser nutzbar machen.
Rodrigo Peres, Senior Vice President Business Unit Vehicle and Battery Controls der Schaeffler AG, sagte: „Unsere zentralen Steuergeräte sind mit einer vorintegrierten Software-Infrastruktur ausgestattet, zu der auch Lösungen von Sonatus zählen. Das erleichtert unseren Kunden die Integration deutlich und hilft ihnen, ihre Software-Architekturen schneller zu zentralisieren.“



