EU stellt 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau der Batteriezellfertigung in Europa bereit
Die Europäische Kommission will den Ausbau von Batteriezellwerken in Europa mit bis zu 1,5 Milliarden Euro unterstützen. Das geht aus einer Mitteilung der Kommission vom 9. Juni hervor. Mit der Battery Booster Facility will die EU private Investitionen in die Zellfertigung anstoßen. Europas Hersteller sollen damit schneller den Sprung in eine wirtschaftlich tragfähige Großserienfertigung schaffen.
Zinslose Darlehen für europäische Zellhersteller
Für Batteriezellhersteller setzt die EU erstmals auf direkte Unterstützung über zinslose Darlehen. Pro Projekt kann Brüssel bis zu 500 Millionen Euro bereitstellen. Das Angebot richtet sich an Vorhaben, die Batterietechnik für Elektrofahrzeuge herstellen können. Eine spätere Nutzung der Zellen in anderen Anwendungen bleibt möglich.
Infrage kommen Produktionsstandorte im Europäischen Wirtschaftsraum mit mindestens 10 GWh Kapazität. Bei der Auswahl legt die Kommission Wert darauf, dass ein Projekt technisch ausgereift, finanziell tragfähig und für Europas Wirtschaft relevant ist. Der Förderaufruf soll im dritten Quartal 2026 starten. Erste Zusagen und Zahlungen plant Brüssel vor Ende 2026.
Wopke Hoekstra, EU-Kommissar für Klima, Netto-Null und sauberes Wachstum, sagte: „Europas Batterieindustrie hat wichtige Fortschritte gemacht, steht nun aber an einem kritischen Punkt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sie auf dem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg zu unterstützen. Die Battery Booster Facility greift in der kritischsten und kapitalintensivsten Phase der industriellen Skalierung ein und tut dies auf finanziell solide Weise. Sie zieht private Investitionen an und führt Unternehmen in Richtung Serienproduktion.“
EU will eigene Batterie-Wertschöpfung stärken
Hinter dem Programm steht ein industriepolitisches Ziel: Europa soll bei Batteriezellen größere Teile der Wertschöpfung selbst abdecken. Für Automobilindustrie, Netztechnik und sicherheitsrelevante Anwendungen wächst der Bedarf an verlässlichen Zelllieferungen aus europäischer Fertigung. Brüssel sieht Batterien deshalb als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und geringere strategische Abhängigkeiten.
Der Blick reicht über einzelne Zellwerke hinaus. Die Kommission will eine europäische Batteriekette von Rohstoffen über industrielle Fertigung bis zum Recycling aufbauen. Ausgewählte Hersteller sollen schneller volle Produktionsmengen erreichen und im globalen Wettbewerb bestehen.
Stéphane Séjourné, Executive Vice-President for Prosperity and Industrial Strategy, erklärte: „Mit der Battery Booster Facility über 1,5 Milliarden Euro will Europa eine zentrale Technologie für den sauberen Wandel beherrschen. Wir benötigen Batterien aus europäischer Produktion für strategische Bereiche wie Automobilindustrie, Netzmanagement und Verteidigungsdrohnen. In der entscheidenden Ausbauphase gibt das Programm ausgewählten Herstellern in Europa die Unterstützung, die sie brauchen, um volle Produktionsmengen zu erreichen und weltweit wettbewerbsfähig zu werden.“
Die Entscheidung knüpft an frühere EU-Maßnahmen für den Batteriesektor an. Im Dezember 2024 startete der Innovation Fund bereits einen Förderaufruf über 1 Milliarde Euro für die Fertigung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge. Die Kommission und die Europäische Investitionsbank stellten damals 200 Millionen Euro für die InvestEU-Garantie bereit. Im Dezember 2025 hatte die Kommission die Battery Booster Facility in ihrer Battery Booster Strategy angekündigt.



