Infineon integriert TPM-Sicherheitsmodul in Nvidias Jetson Thor
Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon Technologies bringt sein Hardware-Sicherheitsmodul OPTIGA TPM SLB 9672 in Nvidias Robotikplattform Jetson Thor ein. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 3. Juni hervor. Das Modul legt kryptografische Schlüssel in geschützter Hardware ab und macht die Integrität der Systemsoftware überprüfbar. Infineon zielt damit auf Roboter und autonome Systeme, deren Sicherheit über lange Einsatzzeiten hinweg nachweisbar bleiben muss.
OPTIGA TPM schützt Schlüssel und Softwareintegrität
Mit dem OPTIGA TPM SLB 9672 bringt Infineon ein hardwarebasiertes Trusted Platform Module in die Jetson-Thor-Plattform von Nvidia. Das Modul arbeitet getrennt vom Anwendungsprozessor und speichert sicherheitsrelevante Schlüssel auf Chipebene. Damit sollen Roboterentwickler Softwarestände prüfen und KI-Modellschlüssel besser schützen können. Updates können laut Infineon ebenfalls kryptografisch abgesichert werden.
Technisch ermöglicht das TPM unter anderem Measured Boot und Remote Attestation. Betreiber können damit kryptografisch prüfen, ob der Software-Stack eines Systems authentisch und unverändert ist. Die Lösung ist nach FIPS und Common Criteria zertifiziert. Laut Infineon stellt das Modul auch hardwaregeschützten Speicher für verschlüsselte Kommunikation und kryptografisch signierte Over-the-Air-Updates bereit. Nach Unternehmensangaben ist das OPTIGA TPM das erste TPM mit einem Firmware-Update-Mechanismus, der auf Post-Quanten-Sicherheit ausgelegt ist.
Dr. Stephan Zizala, Divisionspräsident Connected Secure Systems bei Infineon, erklärte: „Roboter, die die reale Welt wahrnehmen, analysieren und auf sie reagieren, sind nur so vertrauenswürdig wie die Sicherheitsbasis, auf der sie aufgebaut sind. Das OPTIGA TPM von Infineon verankert eine hardwarebasierte Vertrauensbasis in der NVIDIA Jetson-Thor-Plattform, die sich bereits in Hunderten Millionen von Geräten weltweit bewährt hat.“
Robotik-Sicherheit wird zur Architekturfrage
Mit der Integration in Jetson Thor adressiert Infineon einen Sicherheitsbedarf, der mit dem Einsatz von Physical AI in realen Umgebungen wächst. Roboter und autonome Systeme wechseln zunehmend aus kontrollierten Umgebungen in den realen Betrieb. Dort können Sicherheitsfehler den Betrieb stören und Haftungsfragen auslösen. Für Hersteller beginnt Sicherheit deshalb bereits bei der Wahl der Plattformarchitektur.
Deepu Talla, Vice President Robotics and Edge AI bei Nvidia, erklärte: „Das zertifizierte OPTIGA TPM von Infineon für NVIDIA Jetson Thor unterstützt Entwickler dabei, kryptografische Schlüssel zu schützen, die Integrität der Software zu verifizieren und Roboterflotten im großen Maßstab gesichert bereitzustellen.“
Der Anspruch an nachweisbare Sicherheit auf Hardwareebene steigt auch von regulatorischer Seite. Durch den EU Cyber Resilience Act und den EU AI Act wird nachweisbare Sicherheit auf Hardwareebene für Hersteller wichtiger. Für industrielle Systeme spielt außerdem die Norm IEC 62443 eine Rolle. Auch Vorgaben aus dem Gesundheitswesen und der Automobilbranche
treiben diese Entwicklung. Für Roboterflotten mit langen Einsatzzeiten kann die frühe Sicherheitsentscheidung darüber bestimmen, ob Systeme künftige Compliance-Anforderungen erfüllen oder später mit Hardwareeingriffen angepasst werden müssen.


