Cube Concepts kauft 100-MW-Batteriespeicher in Tschechien
Der deutsche Energiedienstleister Cube Concepts übernimmt im tschechischen Energiepark Tusimice Batteriespeicherkapazität mit 100 MW und 200 MWh. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 2. Juni hervor. Mit der österreichischen Powerlink H2 baut Cube Concepts dafür die Plattform Power Cube auf. Mit dem Projekt entsteht in Tusimice zusätzliche Speicherkapazität für den Umbau eines Energieparks mit Kraftwerksbetrieb, Solarleistung und langfristigen Plänen für SMR-Kapazitäten.
100-MW-Speicher mit Ausbaureserve auf 400 MWh
Am Energiepark Tusimice entsteht ein Batteriespeicher mit 100 MW Leistung und 200 MWh Kapazität. Cube Concepts plant dort einen Standalone-Großspeicher mit vertraglich gesichertem 400-kV-Direktanschluss an das tschechische Übertragungsnetz CEPS. Neue Hochspannungsanschlüsse dieser Größenordnung benötigen in Tschechien laut Mitteilung sieben bis zehn Jahre Vorlauf. Alle Baugenehmigungen für die 100 MW liegen vor. Die Bauarbeiten laufen bereits, die Inbetriebnahme plant Cube Concepts für Ende 2026.
Die Tief- und Infrastrukturarbeiten sind laut Unternehmen bereits auf eine spätere Verdopplung der Speicherkapazität auf 400 MWh ausgelegt. Damit könnte Power Cube aus dem Projekt ein 4-Stunden-System mit 400 MWh machen. Ursprünglich hatte sich Cube Concepts Mitte März eine Exklusivität für 50 MW gesichert. Nun übernimmt das Unternehmen die volle Kapazität von 100 MW.
Gesicherter Netzanschluss und entgeltfreier Ladestrom für Power Cube
Für Cube Concepts spielt neben dem Netzanschluss auch der regulatorische Rahmen eine Rolle. In Tschechien ist Ladestrom für Batteriespeicher ohne Befristung von Netzentgelten befreit. Die vergleichbare deutsche Regelung nach § 118 EnWG endet 2029 und steht laut Mitteilung derzeit bei der Bundesnetzagentur in Revision.
Jochen Schäfer von Cube Concepts erklärte: „Wir haben uns nicht für Tschechien entschieden, weil es der einfachere Weg war - sondern weil die Kombination aus gesichertem Netzanschluss, eigenkapitalstarkem Anker im selben Park und einem stabilen Rechtsrahmen ohne regulatorisches Verfallsdatum so in Deutschland heute nicht darstellbar ist.“
Am selben Standort betreibt CEZ ein 800-MW-Braunkohlekraftwerk und errichtet einen Solarpark mit 127 MW. Ab Mitte der 2030er Jahre plant das Unternehmen dort Small Modular Reactors mit bis zu 1.500 MW Gesamtleistung. Der Speicher soll Flexibilität für diese sich wandelnde Energieinfrastruktur bereitstellen.
Die Vermarktung der Power-Cube-Einheiten übernimmt Second Foundation. Das Unternehmen hat im selben Park 200 MW mit 400 MWh erworben und übernimmt die Aggregation sowie Vermarktung über CEPS-Regelenergiemärkte, Day-Ahead-Handel und Intraday-Handel. Das auf Energiemarktanalysen spezialisierte Unternehmen Aurora Energy Research erwartet für tschechische BESS-Assets des Jahrgangs 2026 laut Mitteilung eine Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent und eine Amortisation innerhalb von fünf Jahren.





