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Markt |

Messdaten von 110.000 PV-Anlagen: Ortsnetze bleiben aufnahmefähig

Der Osnabrücker Anbieter von Hauskraftwerken E3/DC hat Spannungsdaten von 110.000 Kundenanlagen ausgewertet. Das Ergebnis: Selbst an einem sonnigen Feiertagswochenende blieben die Niederspannungsnetze nach Unternehmensangaben aufnahmefähig. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 1. Juni hervor. Im dazugehörigen Whitepaper „Bestimmung der Belastung der Ortsnetze durch PV-Anlagen“ zieht E3/DC daraus eine klare Schlussfolgerung: Für gebäudeorientierte Photovoltaik bis 30 kWp mit Überschuss-Einspeisung sieht das Unternehmen kein generelles Netzproblem.

Niederspannungsnetze zeigen Reserven bei PV-Einspeisung

Um die Belastung der Ortsnetze zu bewerten, nutzte E3/DC die Spannung am Netzanschlusspunkt. Dieser Wert kann bei hoher PV-Einspeisung steigen und zeigt damit, wie stark ein Niederspannungsnetz beansprucht wird. In die Auswertung flossen Daten von 110.000 größeren Hauskraftwerken mit PV-Anlagen über 10 kWp ein. Laut E3/DC bilden die Werte auch die Einspeisung weiterer Erzeuger in den jeweiligen Ortsnetzen ab.

Bei gut 80 Prozent der Hausanschlüsse blieben größere Spannungsreserven. Weitere 18,4 Prozent lagen im Bereich zwischen 243 und 253 Volt. Nur 0,15 Prozent der Anlagen schalteten zeitweise ab. E3/DC bewertet diese Abschaltungen als normgerecht und unkritisch.

Nicolas Bartholomäus, Energy Systems Engineer bei E3/DC, erklärte: „Die Situation ist vollständig beherrschbar, bei über 80 Prozent der Hausanschlüsse gab es noch größere Spannungsreserven, weitere 18,4 Prozent erreichen den Bereich zwischen 243 und 253 Volt und nur 0,15 Prozent schalteten zeitweise sauber und unkritisch im Sinne der Norm ab.“

E3/DC sieht Ortsnetze für weiteren PV-Ausbau gerüstet

Mit der Auswertung will E3/DC die Diskussion über PV-Kleinanlagen stärker auf Messdaten stützen. Der Hintergrund: wiederkehrende Warnungen vor einer sogenannten Hellbrise, also vor viel PV-Einspeisung bei schwacher Stromnachfrage. Für Anlagen bis 30 kWp mit Überschuss-Einspeisung zieht das Unternehmen daraus eine andere Schlussfolgerung. Der erzeugte Strom bleibt nach Darstellung von E3/DC physikalisch im Ortsnetz und kann dort von benachbarten Verbrauchern aufgenommen werden.

Dr. Andreas Piepenbrink, CEO von E3/DC, sagte: „Physikalisch betrachtet ist Energy Sharing bereits im Ortsnetz vorhanden, die aktuellen Pläne in Richtung Direktvermarktung können für Kleinanlagen teure Bürokratie bedeuten. Der abrupte Wegfall der Einspeisevergütung sollte im Bundestag nicht beschlossen werden.“


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