Fraunhofer IIS entwickelt Mesh-Netzwerk für zivile Drohnenschwärme
Das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt ein energiesparendes Ad-hoc-Mesh-Netzwerk für Drohnenschwärme im zivilen Einsatz. Davon berichtet das Institut am 1. Juni. Die Forschenden wollen Drohnenschwärme unabhängiger von Mobilfunkmasten machen. Dafür bauen sie ein Netz auf, bei dem die einzelnen Fluggeräte Informationen über mehrere Knoten weiterleiten.
Mesh-Technik verteilt die Kommunikation im Schwarm
Die geplante Kommunikationsarchitektur macht die Drohnen selbst zu Knoten im Netz. Dafür entwickelt das Fraunhofer IIS ein tabellenbasiertes Verfahren: Jedes Fluggerät führt eine eigene Übersicht über erreichbare Geräte und aktualisiert sie über kurze Statussignale. Sobald zwei Drohnen einander erkennen, nehmen sie den neuen Kontakt in ihre Tabellen auf. Damit entsteht Schritt für Schritt ein Netz aus möglichen Datenwegen. Die Datenpakete wandern anschließend über erreichbare Nachbarknoten bis zu ihrem Ziel.
Dr. Manuel Schrauth, Gruppenleiter im Bereich Kommunikationssysteme am Fraunhofer IIS, erklärte: „Wir entwickeln ein mobiles Ad-hoc-Mesh-Netzwerk, in dem mehrere Drohnen dezentral miteinander verbunden sind und beispielsweise über Bluetooth kommunizieren.“
„Die einzelnen Drohnen können sich so auch dann noch miteinander austauschen, wenn keine äußere Kommunikationsanbindung vorhanden ist – ein entscheidender Vorteil, wenn man bedenkt, dass nur ein Bruchteil der gesamten Erdoberfläche über eine gute Mobilanbindung verfügt“, so Schrauth weiter
Schwärme sollen große Areale autonom erfassen
Für autonome Drohneneinsätze braucht es Lösungen, die auch in Gebieten mit schwacher Mobilfunkabdeckung arbeiten. Laut Fraunhofer IIS kommen für den Einsatz der neuen Technik unter anderem Großbaustellen infrage, auf denen Schwärme Baufortschritte dokumentieren können. Schwer erreichbare Anlagen in Offshore-Windparks lassen sich mit vernetzten Drohnen aus der Luft kontrollieren. Wenn nach Naturkatastrophen Sendemasten ausgefallen sind, könnten Schwärme größere Suchgebiete abdecken und Einsatzkräfte bei der Suche nach Überlebenden unterstützen. Die einzelnen Drohnen erfassen dabei verschiedene Teilbereiche – Kamera- und Sensordaten aus mehreren Perspektiven liefern Material für eine dreidimensionale Karte.
Das Fraunhofer IIS hat die Technik bereits in Simulationen erprobt. Im Labor testet das Team derzeit Bluetooth-Geräte, die Daten über mehrere Knoten verarbeiten. Erste Ergebnisse aus der Entwicklung zeigt das Fraunhofer IIS auf der ILA 2026. Einen Prototyp für die Drohnenvernetzung plant die Projektgruppe für das kommende Jahr.





