Schaeffler und Spire planen Satelliten-Hardware aus europäischer Fertigung
Der deutsche Motion-Technology-Konzern Schaeffler und der US-amerikanische Satellitendatenanbieter Spire Global wollen gemeinsam Hardware für europäische Raumfahrtprogramme entwickeln. Das geht aus einer Mitteilung von Schaeffler vom 27. Mai hervor. Die Partner haben eine Absichtserklärung unterzeichnet und wollen zunächst Subsysteme für Satelliten sowie Satellitenplattformen zur industriellen Anwendung führen. Langfristig soll daraus ein eigenständiges europäisches Geschäft für Raumfahrt-Hardware und Missionen entstehen.
Subsysteme und Sensorik für Satellitenplattformen
Mit der Kooperation wollen die Unternehmen Satelliten-Hardware aus europäischer Fertigung voranbringen. Im Fokus stehen Subsysteme für Satelliten und Satellitenplattformen sowie Hochfrequenz- und Umweltsensorik. Schaeffler will dafür Präzisionsfertigung, Motor- und Lagertechnologien sowie Leistungselektronik auf weltraumtaugliche Hardware übertragen. Spire Global deckt mit Satellitenplattformen, Bordsoftware und Missionserfahrung die Raumfahrtseite ab.
Bei kritischen Satelliten-Subsystemen wollen die Partner Lieferketten absichern und skalieren. Zudem prüfen sie, wie Satellitenbusse für eigenständige Konstellationsprogramme industriell gefertigt werden können.
Klaus Rosenfeld, CEO von Schaeffler, sagte: „Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Präzisionsfertigung, in Motor- und Lagertechnologien sowie unseren Kompetenzen in der Leistungselektronik bietet Schaeffler der wachsenden europäischen Satellitenindustrie genau das, was sie an weltraumtauglicher Hardware im industriellen Maßstab benötigt.“
Schaeffler verankert Raumfahrt als Wachstumsfeld
Für Schaeffler knüpft die Kooperation an seine „Strategic Ambition 2035“ an. Darin hat der Konzern Raumfahrt und Verteidigung als strategische Wachstumsfelder festgelegt. Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen Schaeffler und Spire ein europäisches Geschäftsfeld für Raumfahrt-Hardware und Missionen aufbauen. Die Hardware soll in Deutschland industrialisiert, im Orbit erprobt und für Anwendungen in Verteidigung, Wetter, ziviler Sicherheit und kritischer Infrastruktur genutzt werden.
Spire bringt dafür eigene Raumfahrterfahrung mit. Seit 2013 hat das Unternehmen über 240 Satelliten entwickelt, gebaut und bei über 40 Raketenstarts ins All gebracht. Nach eigenen Angaben kann Spire jährlich 300 bis 400 Satelliten an Standorten in den USA und Europa fertigen. Im Mai 2025 eröffnete das Unternehmen eine Satellitenproduktion in München. Die Kooperation mit Schaeffler soll diese europäische Präsenz ausbauen und den Zugang zu Rüstungs- und Behördenkunden in Europa stärken.
Theresa Condor, CEO von Spire Global, erklärte: „Mit Schaeffler verbindet uns eine langfristige Vision für eine eigenständige europäische Raumfahrtindustrie, die in Europa selbst entwickelt, aufgebaut und betrieben wird.“

