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Markt |

Stellantis und Dongfeng planen Europa-Joint-Venture für New-Energy-Fahrzeuge

Der französisch-italienische Autobauer Stellantis und der chinesische Staatskonzern Dongfeng haben am Mittwoch eine vorläufige Vereinbarung für ein Europa-Joint-Venture unterzeichnet. Das berichtet Reuters am 20. Mai unter Berufung auf Angaben der Unternehmen. Die Partnerschaft soll Dongfengs New-Energy-Fahrzeuge näher an den europäischen Markt bringen. Stellantis soll mit 51 Prozent die Mehrheit an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen übernehmen; Dongfeng soll mit 49 Prozent beteiligt sein.

Voyah soll über Stellantis nach Europa kommen

Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll Dongfengs Premiummarke Voyah in ausgewählten europäischen Märkten verkaufen. Die Partner prüfen dafür auch eine lokale Fertigung von Dongfeng-Modellen im Stellantis-Werk im französischen Rennes. Mit einer Fertigung in Frankreich könnte Dongfeng Modelle innerhalb der EU produzieren und Zölle auf China-Importe umgehen.

Für Stellantis hätte eine Dongfeng-Produktion in Rennes auch einen Standortvorteil: Der Konzern könnte dort freie Kapazitäten nutzen. Das Werk war Anfang der 2000er Jahre noch auf drei Montagelinien aktiv und produzierte jährlich über 400.000 Fahrzeuge. Nach einer Umstrukturierung in den 2010er Jahren läuft dort heute nur noch der Citroën C5 Aircross auf einer Linie vom Band.

In Europa ist Dongfeng bislang nur in wenigen Märkten aktiv, darunter Italien und Polen. 2025 verkaufte der staatliche chinesische Autobauer laut Dataforce europaweit 3.210 Fahrzeuge der Marken Dongfeng und Voyah. Bis 2030 peilt der Konzern weltweit mindestens 4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr an; über 40 Prozent davon sollen auf Märkte außerhalb Chinas entfallen.

Jeep und Peugeot sollen in China vom Band laufen

Erst vergangene Woche hatten die beiden Konzerne einen weiteren Deal bekannt gegeben: In China soll Dongfeng künftig Fahrzeuge der Stellantis-Marken Jeep und Peugeot fertigen. Die Verbindung reicht schon länger zurück. Der chinesische Hersteller hält weiterhin etwas über 1 Prozent an Stellantis und war bereits Partner von PSA, aus dessen Fusion mit Fiat Chrysler 2021 Stellantis entstand. Mit Leapmotor will Stellantis zudem zwei Modelle in Spanien bauen. Am Mittwoch meldete der Konzern eine unverbindliche Vereinbarung mit Jaguar Land Rover zur Produkt- und Technologieentwicklung in den USA.

Antonio Filosa, CEO von Stellantis, erklärte: „Durch die Zusammenarbeit mit Partnern zur Prüfung von Synergien in Bereichen wie Produkt- und Technologieentwicklung können wir für beide Seiten spürbare Vorteile schaffen.“


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