Stellantis will US-Geschäft beleben und China-Deals ausbauen
Der französisch-italienische Autokonzern Stellantis will Investoren am 21. Mai einen Plan zur Stärkung des Nordamerika-Geschäfts vorlegen. Das berichtet Reuters am 19. Mai. Nach Informationen der Nachrichtenagentur stehen auch China-Kooperationen und die künftige Gewichtung der 14 Konzernmarken auf der Agenda von Stellantis-Chef Antonio Filosa.
US-Geschäft setzt Filosa unter Druck
Der Kapitalmarkttag in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan wird für Stellantis-Chef Antonio Filosa zum ersten großen Test seines neuen Kurses. Reuters zufolge hat der Konzern in den USA und Europa an Boden verloren; im März 2026 fiel die Aktie auf ein Allzeittief. Besonders Nordamerika muss nun wieder liefern, weil eine Erholung dort dem Kapitalmarkt am schnellsten zeigen könnte, dass Stellantis die Trendwende schafft.
China-Deals sollen Stellantis-Werke besser auslasten und E-Auto-Entwicklung stützen
Der neue Kurs soll auch zeigen, wie Stellantis seine freien Kapazitäten nutzt und bei Elektroautos schneller vorankommt. Nach Reuters-Informationen dürfte China in Filosas Präsentation viel Gewicht bekommen. Stellantis hat im Mai bereits den Ausbau des Europa-Joint-Ventures mit Leapmotor angekündigt und mit Dongfeng eine Vereinbarung zur Fahrzeugproduktion in China geschlossen.
Der Konzern verfügt in mehreren Ländern über freie Produktionskapazitäten und zeigt sich offen dafür, europäische Fabrikflächen auch weiteren chinesischen Herstellern bereitzustellen. Für Stellantis könnten solche Partnerschaften Werke besser auslasten, Kosten senken und Zugang zu wettbewerbsfähigen EV-Plattformen, eingespielten Lieferketten sowie kürzeren Entwicklungszeiten schaffen. Auch die Zusammenarbeit mit Dongfeng könnte laut Reuters über China hinausreichen. Zugleich erwarten Investoren Antworten auf industrielle Schwächen und Belastungen von 26 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit zurückgeschraubten Elektroauto-Ambitionen.
14 Marken stehen vor neuer Gewichtung
Für Filosa wird auch die Kapitalverteilung innerhalb des breiten Markenportfolios zum Prüfpunkt. Mit 14 Marken hat Stellantis die größte Markenpalette der Branche unter einem Dach. Nach früheren Reuters-Informationen könnte der Konzern seine Investitionen stärker auf Jeep, Ram, Peugeot und Fiat lenken. Andere Marken würden weitergeführt, aber mit engerem regionalem oder Nischen-Zuschnitt. Citi-Analysten sehen im US-Markt Nachholbedarf; der neue Jeep Cherokee sowie kompakte und mittelgroße Pick-ups sollen dort mehr Käufergruppen erreichen.


