Infineon hebt Prognose an: KI-Rechenzentren stützen Wachstum
Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angehoben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 6. Mai hervor. Rückenwind kommt aus der Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren und dem Ausbau der Energieinfrastruktur. Im Automotive-Geschäft zieht der Auftragseingang an; der Hochvoltbereich für Elektromobilität entwickelt sich laut Infineon verhaltener.
Infineon erhöht nach Q2 die Jahresziele
Infineon erzielte im zweiten Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 3,812 Milliarden Euro. Das waren 150 Millionen Euro mehr als im Vorquartal. Das Segmentergebnis lag bei 653 Millionen Euro, die Segmentergebnis-Marge erreichte 17,1 Prozent. Damit fällt das operative Ergebnis nahezu stabil aus, obwohl die Marge gegenüber dem ersten Quartal leicht sank.
Für das Gesamtjahr rechnet Infineon nun mit einem deutlich steigenden Umsatz. Bislang hatte der Konzern nur ein moderates Plus erwartet. Die Segmentergebnis-Marge soll rund 20 Prozent erreichen. Beim Free-Cash-Flow stellt Infineon etwa 1,25 Milliarden Euro in Aussicht (zuvor 1,0 Milliarden Euro).
Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon, erklärte: „Infineon hat seine Ziele im ersten Geschäftshalbjahr voll erreicht. Im zweiten Halbjahr werden wir stärker als bislang erwartet wachsen, ein breiterer Aufschwung vieler Endmärkte ist in Sicht.“
KI-Rechenzentren treiben Infineons Stromversorgungsgeschäft
Der stärkste Impuls kommt aus dem Bereich Power & Sensor Systems. Dort stieg der Umsatz im zweiten Quartal auf 1,260 Milliarden Euro (1,171 Milliarden Euro im Vorquartal). Infineon führt das Plus von 8 Prozent vor allem auf Server und KI-Rechenzentren zurück. Die Segmentergebnis-Marge verbesserte sich in diesem Bereich von 17,4 auf 20,4 Prozent.
Besonders deutlich wird die Bedeutung der KI-Infrastruktur beim Jahresausblick. Mit Produkten für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren erwartet Infineon im Geschäftsjahr 2026 rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Für 2027 stellt der Konzern rund 2,5 Milliarden Euro in Aussicht. Der Ausbau der Energieinfrastruktur stärkte das Industriegeschäft: Green Industrial Power kam im zweiten Quartal auf 403 Millionen Euro Umsatz, nach 349 Millionen Euro im Vorquartal.
Automotive wächst langsamer als der Konzern
Im Automotive-Segment stieg der Umsatz nur leicht auf 1,830 Milliarden Euro (1,821 Milliarden Euro im ersten Quartal). Die Profitabilität gab spürbar nach: Die Segmentergebnis-Marge sank von 22,1 auf 18,1 Prozent. Infineon begründet das mit geringeren Umsätzen bei Hochvoltkomponenten für Elektrofahrzeuge, Kosten für die Neuausrichtung dieses Bereichs und geplanten Preisanpassungen zum Jahresbeginn.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern im Automotive-Segment ein schwächeres Wachstum als im Konzernschnitt. Der Auftragseingang entwickelt sich nach Unternehmensangaben besser. Softwaredefinierte Fahrzeuge liefern positive Impulse, der Hochvoltbereich für Elektromobilität fällt jedoch verhaltener aus.
Dresden-Ausbau bleibt Teil der Investitionsplanung
Für das Geschäftsjahr 2026 plant Infineon Investitionen von etwa 2,7 Milliarden Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf der Fertigstellung und dem Produktionsanlauf des vierten Fertigungsgebäudes in Dresden. Weitere Mittel fließen in Fertigungskapazitäten für die wachsende Nachfrage nach Stromversorgungen für KI-Rechenzentren.
Zum vierten Geschäftsquartal strafft Infineon seine Segmentstruktur. Aus bisher vier Bereichen werden künftig drei Segmente: Automotive, Power Systems und Edge Systems. Der Konzern will Zielanwendungen damit klarer zuordnen und Entscheidungswege verkürzen.




