Quartalsbericht: Intel übertrifft Erwartungen, bleibt aber tief in den roten Zahlen
Der US-Chiphersteller Intel hat im ersten Quartal seinen Umsatz um 7 Prozent auf 13,6 Milliarden US-Dollar gesteigert. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen, musste unter dem Strich aber einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden US-Dollar ausweisen. Davon berichtete Reuters am 23. April. Rückenwind kommt aus dem Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren und KI-Anwendungen. Gleichzeitig belasten hohe Investitionen in neue Fertigungstechnologien und der laufende Konzernumbau weiter das Ergebnis. Für das zweite Quartal erwartet Intel Umsätze über den bisherigen Marktschätzungen.
KI-Nachfrage treibt Data-Center-Umsatz
Wachstumstreiber war Intels Geschäft mit Rechenzentren und KI-Anwendungen: Die Sparte „Data Center and AI“ steigerte ihren Umsatz um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartung von 4,41 Milliarden US-Dollar. Reuters zufolge profitiert Intel davon, dass Cloud-Anbieter bei neuen KI-Anwendungen verstärkt auf leistungsfähige CPUs setzen. Die Client-Computing-Group kam auf 7,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und legte damit leicht um 1 Prozent zu. Auch das Foundry-Geschäft wuchs: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich kam Intel im ersten Quartal auf 13,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und übertraf die Analystenerwartungen von rund 12,4 Milliarden US-Dollar klar.
Lip-Bu Tan, CEO von Intel, erklärte: „Die nächste Welle der Künstlichen Intelligenz wird Intelligenz näher an die Endnutzer bringen und sich von grundlegenden Modellen über Inferenz hin zu agentischen Systemen entwickeln. Dieser Wandel erhöht den Bedarf an Intels CPUs sowie an seinen Wafer- und fortschrittlichen Packaging-Lösungen deutlich. Auf Basis eines soliden Fundaments gehen wir diese Chance an, indem wir auf unsere Kunden hören und ihren Erfolg mit unserem technischen Know-how und unserem differenzierten geistigen Eigentum vorantreiben. Diese bewusste Neuausrichtung unserer Arbeitsweise hat dazu geführt, dass wir nun im sechsten Quartal in Folge unsere eigenen Umsatzerwartungen übertreffen – und zugleich neue sowie vertiefte Beziehungen zu strategischen Partnern aufbauen konnten.“
Investitionen und Restrukturierung drücken Intel ins Minus
Trotz der besseren Erlöse blieb Intel deutlich im Minus. Der Nettoverlust stieg auf 3,7 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch rund 800 Millionen US-Dollar Verlust angefallen waren. Belastend wirkten Investitionen in neue Produktionsprozesse und Restrukturierungskosten von mehr als 4 Milliarden US-Dollar. Unter CEO Lip-Bu Tan will Intel seine Bilanz stärken und mehr Mittel für die eigene Fertigung gewinnen. Dazu setzt der Konzern laut Reuters auf Stellenabbau und den Verkauf von Vermögenswerten. Zusätzlich sollen Vereinbarungen mit der US-Regierung, SoftBank und Nvidia Intels Fertigungsgeschäft stärken.
Intel erwartet bis zu 14,8 Milliarden US-Dollar Umsatz im zweiten Quartal
Für das zweite Quartal stellt Intel Erlöse zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht und liegt damit über der bisherigen Markterwartung von 13,07 Milliarden US-Dollar. Laut Reuters trägt auch eine Preiserhöhung bei Chips zu dem optimistischen Ausblick bei, mit der Intel gestiegene Produktionskosten auffangen will.
David Zinsner, CFO von Intel, sagte: „Wir haben im ersten Quartal starke Ergebnisse erzielt, was die wachsende und zentrale Rolle der CPU im KI-Zeitalter sowie die beispiellos hohe Nachfrage nach Halbleitern widerspiegelt – ebenso wie unsere konsequente Umsetzung, um das verfügbare Angebot zu erweitern. Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, unser Fabriknetzwerk optimal auszulasten, um die verfügbare Produktionskapazität zu erhöhen und die Bedürfnisse unserer Kunden im Laufe des Jahres zu erfüllen.“

