Marvell übernimmt Polariton für optische Verbindungen der nächsten Generation
Der US-Halbleiteranbieter Marvell übernimmt das Schweizer Photonikunternehmen Polariton Technologies. Das geht aus einer Pressemitteilung von Marvell vom 22. April hervor. Mit dem Zukauf ergänzt Marvell sein Optik-Portfolio um eine plasmonikbasierte Modulationstechnologie, die die weitere Skalierung von Bandbreite, Energieeffizienz und Integrationsdichte bei künftigen coherent- und optischen Interconnect-Plattformen unterstützen soll. Der Schritt zielt auf die nächste Leistungsstufe bei optischen Interconnects für Rechenzentren: Nach 1,6T rückt bereits die nächste Generation mit 3,2T und mehr in den Blick.
Modulationstechnik für optische Interconnects der nächsten Generation
Die Übernahme stärkt nach Unternehmensangaben Marvells optisches Technologieportfolio um zusätzliche Modulationsfunktionen für künftige coherent- und optische Interconnect-Plattformen.
Sandeep Bharathi, Präsident der Data Center Group bei Marvell, erklärte: „Marvell investiert weiter in fortschrittliche optische Technologien, um die schnelle Entwicklung von KI- und Cloud-Rechenzentrumsinfrastrukturen zu unterstützen. Mit Polariton erweitern wir unsere optische Roadmap um eine differenzierende Modulationstechnologie und ein hochspezialisiertes Team. Diese Investition unterstreicht unser Bekenntnis zu Innovation über mehrere Technologieansätze hinweg, während wir unsere führende Rolle bei Hochgeschwindigkeitsverbindungen weiter ausbauen.“
Polariton entwickelt hochbitratige, stromsparende photonische Bauelemente auf Basis von Plasmonik und Silizium-Photonik. Die Modulationstechnologie ist auf coherent- und DCI-optische Interconnects ausgelegt, darunter ZR- und ZR+-Anwendungen, und soll ultraschnelle, energieeffiziente Signalübertragung in kompakter Bauform ermöglichen. Mit Polariton gewinnt Marvell zudem Spezialisten für Plasmonik, Silizium-Photonik und Hochgeschwindigkeitsmodulation, die an bestehende Kompetenzen in Silicon Photonics und DSPs anknüpfen.
Mehr Bandbreite verlangt neue optische Interconnects
Hintergrund der Übernahme ist der stark steigende Bedarf an leistungsfähigeren optischen Verbindungen in Rechenzentren. KI-Workloads treiben die Bandbreiten nach oben und erhöhen den Druck auf Interconnects, die mehr Daten transportieren, weniger Energie pro Bit verbrauchen und sich dichter integrieren lassen. Besonders relevant ist das für Scale-across-Architekturen und Data-Center-Interconnects. Während der Übergang zu 1,6T läuft, richtet sich der Blick der Branche bereits auf 3,2T und mehr. Marvell verknüpft den Zukauf daher mit Innovationen auf Bauteilebene.


