Avnet schließt Logistikzentrum in Poing bis Ende 2026
Der US-Elektronikdistributor Avnet wird sein Logistikzentrum in Poing bis zum Jahresende 2026 schließen. Davon berichtete die Süddeutsche Zeitung am 20. April. Von der Entscheidung sind rund 350 Arbeitsplätze betroffen. Hintergrund sind nach Unternehmensangaben schwache Aussichten im Komponentengeschäft und eine sinkende Auslastung der Logistikstandorte.
Schwache Nachfrage drückt auf das Logistikgeschäft
Nach Angaben der Zeitung konnten monatelange Proteste, Streiks, Verhandlungen und die Unterstützung von Betriebsrat und IG Metall die Schließung nicht abwenden. Avnet begründet den Schritt mit einer seit Längerem gedämpften Nachfrage nach elektronischen Bauteilen. Das Unternehmen macht dafür vor allem die schwache Entwicklung im Automobilsektor und im produzierenden Gewerbe verantwortlich. Eine rasche Erholung erwartet Avnet nach eigener Darstellung nicht.
Mark Kempf, Geschäftsführer der Avnet Logistics GmbH, erklärte: „Eine anhaltende Schwächephase, insbesondere im Automobilsektor und im produzierenden Gewerbe allgemein, hat diesen Schritt nun leider unausweichlich gemacht.“
Avnet bündelt die Distribution in Bernburg und Belgien
Dass der Standort in Poing unter Druck stand, war laut Bericht intern bereits bekannt. Eine Regelung zum Erhalt der Arbeitsplätze, die der Betriebsrat zuvor ausgehandelt hatte, lief bereits Mitte 2025 aus. Gleichzeitig verlagerte Avnet Teile seines Distributionsgeschäfts nach Bernburg bei Magdeburg, wo ein größerer Standort aufgebaut wurde.
Künftig will der Konzern seine Kunden in Europa, Afrika und dem Nahen Osten von Bernburg in Sachsen-Anhalt sowie vom belgischen Tongeren aus versorgen. Andere Aktivitäten von Avnet am Standort Poing sollen nach Unternehmensangaben bestehen bleiben.

